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Weitere Antikörper-Tripeltherapie zeigt Überlegenheit

Die meisten Patienten mit einem multiplen Myelom erhalten heute eine Lenalidomid-haltige Erstlinientherapie. Für die Rezidivsituation sind deshalb wirksame Kombinationen ohne Lenalidomid wichtig. Die Kombination Daratumumab/Carfilzomib/Dexamethason könnte eine davon sein.

In der jetzt vorgestellten CANDOR-Studie verbesserte die Addition des CD38-Antikörpers Daratumumab (D) zu der Kombination Carfilzomib/Dexamethason (Kd) das progressionsfreie Überleben (PFS) von Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myleom (r/r MM) signifikant im Vergleich zu Kd alleine. Und das auch bei Patienten, die mit Lenalidomid behandelt bzw. Lenalidomid-refraktär waren [Usmani SZ et al. ASH. 2019;Abstr:LBA-6]. Wie Saad Z. Usmani, Charlotte, NC/USA, berichtete, erhielten 466 Patienten mit r/r MM nach ein bis drei Vortherapien zweimal wöchentlich Carfilzomib in einer Dosis von 56 mg/m² Körperoberfläche (KOF), Dexamethason in einer Dosis von 40 mg und - im Verhältnis 2:1 randomisiert - im Interventionsarm zusätzlich Daratumumab in einer Dosis von 16 mg/kg Körpergewicht (KG) bis zum Krankheitsprogress. 42 % der Patienten hatten bereits eine Therapie mit Lenalidomid erhalten, 33 % waren auf diese immunmodulierende Substanz refraktär.

37 %ige Risikoreduktion für Progress oder Tod

Für das PFS - primärer Endpunkt der Studie - zeigte sich nach einer medianen Beobachtungszeit von mehr als 16 Monaten ein um 37 % reduziertes Risiko für Progress oder Tod. Das mediane PFS war in der KdD-Gruppe noch nicht erreicht und betrug unter Kd 68 Monate (Hazard Ratio [HR] 0,63; 95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI] 0,46-0,85; p = 0,0014). Gemäß einer vorab geplanten Subgruppenanalyse profitierten verschiedene Patientengruppen, auch die mit Lenalidomid vorbehandelten oder refraktären Patienten.

Usmani hob auch hervor, dass das Anspechen mit KdD tiefer war als mit Kd alleine. Ein sehr gutes partielles Ansprechen (VGPR) erreichten 69,2 % der Patienten unter KdD und 48,7 % unter Kd, ein Komplettansprechen (CR) 28,5 bzw. 10,4 % der Patienten in diesen beiden Gruppen. Ein CR mit Freiheit von messbarer Resterkrankung (Schwellenwert 10-5) wiesen nach zwölf Monaten immerhin 12,5 % der Patienten unter KdD auf und 1,3 % der Patienten unter Kd. Das mediane Gesamtüberleben ist in beiden Gruppen noch nicht erreicht.

Unerwünschte behandlungsassoziierte Ereignisse von Grad ≥ 3 wurden in der KdD-Gruppe etwas häufiger dokumentiert (82,1 vs. 73,9 % in der Kd-Gruppe). Allerdings war die Expositionszeit mit den Therapeutika in der KdD-Gruppe auch länger als in der Kd-Gruppe. Schwere unerwünschte Ereignisse waren mit 56,2 versus 45,8 % in der KdD-Gruppe ebenfalls häufiger. Dies führte aber nicht zu mehr Behandlungsunterbrechungen oder Dosisreduktionen. Mit KdD traten etwas mehr Thrombozytopenien und Neutropenien auf. Im Rahmen der Studie traten auch fünf fatale Ereignisse auf - alle im KdD-Arm. Insgesamt stellt KdD für Usmani dennoch eine wichtige, wirksame Therapieoption für Patienten mit r/r MM dar.

Bericht vom 61st ASH (American Society of Hematology) Annual Meeting and Exposition vom 6. bis 10. Dezember 2019 in Orlando, FL/USA

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Correspondence to Dipl.-Biol. Friederike Klein.

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Klein, F. Weitere Antikörper-Tripeltherapie zeigt Überlegenheit. InFo Hämatol Onkol 23, 45 (2020). https://doi.org/10.1007/s15004-020-7997-4

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