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Neue Therapieoption?

Aurora-Kinase-A-Hemmung bei Myelofibrose

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Hintergrund und Fragestellung: Bisher ist die Myelofibrose (MF) nur durch die Stammzelltransplantation heilbar, die nach wie vor mit nicht unerheblicher Morbidität und Mortalität verbunden ist. Behandlungen mit JAK(Januskinase)2-Inhibitoren wie Ruxolitinib oder pegylierten α-Interferonen führen nur in einigen Fällen zu einer Reversion der MF. Deswegen besteht dringender Bedarf, neue Targets zu identifizieren, die Grundlage für neue Therapieoptionen der MF werden könnten. Ein solches Target könnte die sogenannte Aurora-A-Kinase (AURKA) darstellen.

Patienten und Methodik: In einer multizentrischen Phase-I-Studie wurden 24 MF-Patienten (17 mit primärer MF, 4 mit MF nach essenzieller Thrombozythämie und 3 mit MF nach Polycythaemia vera) mit dem AURKA-Hemmstoff Alisertib behandelt [1]. Primäres Ziel war die Evaluation von Sicherheit und präliminärer Wirksamkeit von Alisertib. Zusätzliche Untersuchungen betrafen einen möglichen Effekt von Alisertib auf die Megakaryozyten (MK), die Mutationslast und die Knochenmarksfibrose.

Ergebnisse: Zusätzlich zu guter Verträglichkeit führte Alisertib bei 29 % der Patienten zu einer Abnahme der Splenomegalie und bei 32 % der Patienten zu einer Abnahme der Symptomlast, trotz einer fehlenden Reduktion der inflammatorischen Zytokine bei allen Behandelten. Darüber hinaus führte Alisertib zu einer Normalisierung der MK und reduzierte die MF bei fünf von sieben Patienten, bei denen eine sequenzielle Knochenmarkbiopsie verfügbar war. Außerdem wurde bei einer Untergruppe der Patienten die Mutationslast reduziert.

Schlussfolgerungen der Autoren: In der Studie zeigte Alisertib klinischen Nutzen und den erwarteten On-Target-Effekt auf die MK-Linie, indem es zu einer Normalisierung dieser Zellen und zu einer Reduktion der MF bei der Mehrzahl der Patienten führte, bei denen eine sequenzielle Knochenmarkbiopsie verfügbar war. Das Prinzip der AURKA-Hemmung sollte daher als neue Therapieoption bei MF weiterentwickelt werden.

Gangat N et al. Aurora A kinase inhibition provides clinical benefit, normalizes megakaryocytes and reduces bone marrow fibrosis in patients with myelofibrosis. Clin Cancer Res. 2019;25 (16): 4898-4906

Literatur:

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Petrides, P. Aurora-Kinase-A-Hemmung bei Myelofibrose. InFo Hämatol Onkol 23, 20 (2020). https://doi.org/10.1007/s15004-019-7976-9

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