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kurz notiert

Wirkstoffrecycling verrät neue Tumor-Targets

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Wenn man bereits zugelassene nicht onkologische Medikamente daraufhin untersucht, ob sie auch gegen Krebs wirken könnten, lässt sich die eine oder andere Überraschung erleben. Das zeigen nun einmal mehr Ergebnisse eines großangelegten Screenings [Corsello SM et al. Nat Can. 2020; https://doi.org/10.1038/s43018-019-0018-6], bei dem im Labor 4.518 Wirkstoffe (darunter auch Onkologika) auf 578 humane Krebszelllinien losgelassen wurden. Zum einen war eine recht hohe Anzahl von Nichtonkologika auch gegen bestimmte Tumorzellen wirksam (53 % von 1.448 "Treffern" waren ursprünglich nicht gegen Krebs entwickelt worden). Zum anderen lieferte das Screening Hinweise auf ganz neue Wirkmechanismen und Targets. Etwa zeigte sich, dass der in der Tiermedizin zugelassene Entzündungshemmer Tepoxalin Tumorzellen hemmt, die das Gen ABCB1 stark exprimieren. Das ist insofern bemerkenswert, als ABCB1 für ein Protein (MDR1 bzw. PGP) kodiert, das eigentlich zytostatische Wirkstoffe aus der Zelle heraus pumpt.

Dass so viele Stoffe und Zellen überhaupt gescreent werden konnten, lag am innovtiven Ansatz der Forscher: Diese testeten eine Substanz gleichzeitig in Gemischen aus mehreren Zelllinien (anstatt eine Substanz in je einer Zelllinie). PRISM ("profiling relative inhibition simulataneously in mixtures") nennt das Team die Methode. Nicht nur wegen PRISM gilt: Nun braucht es unabhängige Replikationen!

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Correspondence to Moritz Borchers Dipl.-Psych.

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Borchers, M. Wirkstoffrecycling verrät neue Tumor-Targets. InFo Hämatol Onkol 23, 34 (2020). https://doi.org/10.1007/s15004-019-7244-z

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