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kurz notiert

Krebsmittel wirkt gegen MRSA

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Beim sog. Drug Repurposing prüfen Forscher für Medikamente, ob sie auch in Indikationen wirken, für die sie ursprünglich gar nicht entwickelt worden sind (vgl. kurz notiert auf S. 34). Das Repurposing hat dabei schon so manches erfolgreiche Krebsmedikament hervorgebracht. Ein prominentes Beispiel ist Thalidomid beim multiplen Myelom, einstmals konzipiert als Schlafmittel (das inzwischen berüchtigte Contergan). Aber es geht offenbar auch anders herum, wie ein ganz aktuelles Beispiel zeigt [Le P et al. Nat Chem. 2019; http://doi.org/djmf]: PK150, ein Abkömmling des Tyrosinkinaseinhibitors (TKI) Sorafenib - in der Onkologie zugelassen u. a. beim Nierenzellkarzinom - kann offenbar wirksam Bakterien vom Typ MRSA ("methicillin-resistant Staphylococcus aureus") abtöten. Für das Management dieses multiresistenten Keims werden sehr dringend neue Antibiotika benötigt.

Die Ausgangssubstanz Sorafenib sei so modifiziert worden, dass sie nicht mehr an humane Kinasen binde, sondern spezifisch bakterielle Targets angreife, schreiben die Forscher in einer Meldung zur Studie. Diese Targets lägen u. a. im Energiestoffwechsel und in der Zellwand der Erreger. Weil gleich mehrere Targets adressiert würden, sei auch das Risiko für Resistenzen geringer.

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Correspondence to Moritz Borchers Dipl.-Psych.

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Borchers, M. Krebsmittel wirkt gegen MRSA. InFo Hämatol Onkol 23, 33 (2020). https://doi.org/10.1007/s15004-019-7243-0

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