Advertisement

InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 11, pp 71–71 | Cite as

B-Zell-Antikörpertherapie verbessert

  • Friederike Klein
Onkologie aktuell
  • 21 Downloads

Mit gegen CD19 gerichteten Therapien konnten bei Leukämien durchaus beachtliche Erfolge erzielt werden. Bisher gab es aber noch keine reinen CD19-Antikörper. Das könnte sich mit Tafasitamab in absehbarer Zeit ändern.

Bei der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) konnten verschiedene innovative Antikörperkonzepte in die klinsiche Praxis gebracht werden — darunter zwei CD19-gerichtete Therapieformen, erläuterte Matthias Peipp, Kiel:
  • Blinatumomab, ein bispezifisches Antikörperkonstrukt

  • Anti-CD19-CAR(„chimeric antigen receptor“)-T-Zellen

Reine CD19-Antikörper gab es dagegen bislang nicht. Ihnen fehlen wichtige Fc-vermittelt Effekte eines CD20-Antikörpers. Zu diesen Effekten gehören:
  • Rekrutieren von Immuneffektorzellen sowie

  • Phagozytose und

  • Aktivierung von Natürlichen Killerzellen (NK).

Durch den Austausch von nur zwei Aminosäuren lässt sich ein CD19-Antikörper mit einer 150-fach höheren Affinität zum Fc-Rezeptor konstruieren (MOR208, CD19-DE). In vitro führte das zu einer deutlich gesteigerten lytischen Aktivität bei pädiatrischen ALL-Zellen. Auch bei der Vermittlung von Phagozytose war der Antikörper dem unveränderten Vorgänger überlegen [Schewe DM et al. Blood. 2017;130(13):1543-52].

Compassionate-Use-Fall aus Deutschland

In Deutschland wurden 14 pädiatrische Patienten mit einer refraktären bzw. rezidivierten B-Zell-ALL und minimaler Resterkrankung (MRD) im Rahmen eines Compassionate Use mit dem Fc-optimerten Antikörper behandelt.

Die MRD wurde bei zehn Patienten um mindestens eine log-Stufe verringert und bei fünf Patienten wurde eine andauernde komplette molekulare Remission erreicht, wobei das mediane leukämiefreien Überleben bei 428 Tagen lag.

Trotz effektiver B-Zell-Depletion gab es nur wenig Nebenwirkungen [Seidel UJ et al. Mol Ther. 2016;24(9):1634-43].

Zulassung für 2020 erwartet

Das Unternehmen Morphosys hat MOR208 unter dem Namen Tafasitamab inzwischen zur Therapie des rezidivierten oder refraktären diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms weiter entwickelt und berichtete kürzlich in einer Pressemitteilung, dass aufgrund einer positiv verlaufenden Phase-II-Studie die Zulassung bei der EU 2020 beantragt werden soll.

Literatur

  1. Bericht von der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie vom 11. bis 14. Oktober in BerlinGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Friederike Klein
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations