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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 11, pp 69–69 | Cite as

Supportivtherapie

Ernährungsmedizinische Interventionen können Mortalität senken

  • Moritz Borchers
Onkologie aktuell
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Wird Patienten im Krankenhaus durch eine individualisierte Ernährungsunterstützung (INS) dabei geholfen, die für sie individuell festgelegten Zielmengen im Hinblick auf Protein- und Kalorienzufuhr zu erreichen, kann das u. a. die Lebensqualität verbessern und die Mortalität senken. Das ist eines der Ergebnisse der Studie EFFORT [Schuetz P et al. Lancet. 2019;393 (10188): 2312-21], die Michael Klein, Recklinghausen, präsentierte.

In die randomisierte kontrollierte Studie wurden Patienten (n = 2.088) aufgenommen, bei denen ein Krankenhausaufenthalt von > 4 Tagen erwartet wurde und gemäß Screening ein Risiko für eine Mangelernährung bestand. Etwa 20 % der Patienten waren aufgrund einer Krebsdiagnose stationär behandelt worden (andere Gründe betrafen Infektionen, kardiovaskuläre Erkrankungen etc.); terminale Erkrankungen gehörten zu den Ausschlusskriterien. Im Vergleichsarm erhielten die Patienten anstelle der INS das Standard-Krankenhausessen. Primärer Endpunkt der Studie war ein Gesamtmaß für jedwedes ungünstige klinische Ergebnis (aCE) nach 30 Tagen (darunter Gesamtsterblichkeit, Intensivpflichtigkeit etc.).

23 % der Patienten unter INS und 27 % im Kontrollarm erlitten ein aCE (adjustierte Odds Ratio [OR] 0,79; p = 0,023). 7 % der Patienten waren unter INS, 10 % im Kontrollarm verstorben (adjustierte OR 0,65; p = 0,011). Der Mittelwert im Lebensqualitätsfragebogen EQ-5D VAS (European Quality of Life 5 Dimensions Index Visuelle Analogskala) unterschied sich ebenfalls signifikant zugunsten der INS (26 vs. 29 Punkte; OR 3,06; p < 0,0001).

Ernährungsziele schwer zu erreichen

Klein wies daraufhin, dass bei vielen Teilnehmern trotz INS die Ernährungsziele nicht erreicht wurden. Zudem sei unklar, ob sich der Schweizerische Standard im Hinblick auf Krankenhausessen auf andere Gesundheitssysteme übertragen lasse. Auch seien die Kosten der Intervention bisher noch nicht untersucht worden. Dessen ungeachtet sprächen die Ergebnisse dafür, Patienten bei Aufnahme in die Klinik auf Risiken für eine Mangelernährung zu screenen und ggf. entsprechend individuelle Maßnahmen bei Risikopatienten einzuleiten. Zudem seien mehr Studien erforderlich, um Mangelernährung und Gegenmaßnahmen bei Krebspatienten zu untersuchen.

Literatur

  1. Bericht von der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie vom 11. bis 14. Oktober in BerlinGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Moritz Borchers
    • 1
  1. 1.

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