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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 11, pp 54–54 | Cite as

Virenschutz mal anders

  • Moritz Borchers
kurz notiert
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Dass bei immunsupprimierten Patienten eine Assoziation zwischen der Besiedelung mit bestimmten humanen Papillomaviren (HPV) — den sog. β-HPV — und dem Risiko für Plattenepithelkarzinome (SCC) der Haut besteht, ist schon länger bekannt. Ob die Viren aber kausal zur Karzinomentstehung beitragen, ist nicht so sicher — zumal auch ein Großteil gesunder Personen die β-HPV (transient) in der Haut trägt [de Koning MN et al. J Gen Virol. 2007; 88(Pt 5):1489-95].

John D. Strickley und Kollegen konnten nun überraschenderweise zeigen, dass immunkompetente Mäuse gegen Hauttumoren geschützt waren, die durch chemische Noxen oder UV-Strahlung induziert werden, wenn ihr Immunsystem zuvor auf β-HPV gestoßen war [Nature. 2019;  https://doi.org/10.1038/s41586-019-1719-9]. Das Team weist daher den β-HPV eine indirekt vor Hautkrebs schützende Rolle zu, die freilich nur bei immunkompetenten Tieren zum Tragen kommt.

Auch in gesunder menschlicher Haut fanden die Forscher β-HPV-spezifische T-Zellen; das werten sie als Hinweis auf eine adaptive Immunität gegen in unserer Haut vorkommende HPV. Es könnte sich also ggf. lohnen, Impfungen, die vor kommensalen HPV schützen, zur Prävention von Hauttumoren und Warzen bei Risikopersonen zu nutzen — oder auch zur Verstärkung der Therapie von SCC, so die Wissenschaftler.

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Moritz Borchers
    • 1
  1. 1.

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