Advertisement

InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 9, pp 69–69 | Cite as

CRC: Zielgerichtete Therapie für Patienten mit BRAF-Mutation

  • Ine Schmale
Onkologie aktuell
  • 16 Downloads

Aktivierende BRAF-V600E-Mutationen werden bei etwa 10–15 % der Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) beobachtet. Studien mit Irinotecan-basierter Chemotherapie zeigen für dieses Patientenklientel keine gute Prognose, aber auch die alleinige Therapie mit BRAF-Inhibitoren erwies sich aufgrund der rückwirkenden Aktivierung des EGFR-Rezeptors als nicht effektiv. In der BEACON-CRC-Studie konnte nun für die Kombination von BRAF-Inhibitor und EGFR-Antikörper — mit oder ohne MEK-Inhibition — ein Wirksamkeitsvorteil gegenüber einer Standardtherapie erreicht werden.

In der dreiarmigen Phase-III-Studie BEACON CRC wurde der Vorteil einer reinen zielgerichteten Therapie mit dem BRAF-Inhibitor Encorafenib plus Cetuximab (mit/ohne MEK-Inhibitor Binimetinib) für Patienten mit BRAF-V600E-mutiertem Kolorektalkarzinom im Vergleich zum chemotherapiehaltigen Regime Cetuximab plus FOLFIRI oder Irinotecan als Kontrolle geprüft [Kopetz Set al. ESMO-WCGC. 2019;Abstr LBA-006]. Primäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das Ansprechen (ORR) auf die zielgerichtete Triplettherapie gegenüber der Kontrolle. Insgesamt wurden 665 vorbehandelte Patienten in die Studie aufgenommen.

In den beiden Armen mit zielgerichteter Therapie konnten 98–99 % der randomisierten Patienten behandelt werden, während bei 13 % der Patienten im Kontrollarm keine Studienmedikation appliziert wurde. Die Therapie wurde zurzeit der Datenauswertung bei je 35 % der Patienten in den experimentellen Studienarmen und bei 17 % der Patienten im Kontrollarm noch fortgeführt.

Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 7,8 Monaten zeigte sich die Überlegenheit
  • der zielgerichteten Triplettherapie im Vergleich zum Kontrollarm bezüglich des OS mit median 9,0 Monaten versus 5,4 Monaten (Hazard Ratio [HR] 0,52; 95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI] 0,39–0,70; p < 0,0001) sowie

  • der zielgerichteten Doublettherapie im Vergleich zur chemotherapiebasierten Therapie (medianes OS: 8,4 vs. 5,4 Monate; HR 0,60; 95 %-KI 0,45–0,79; p = 0,0003).

Subgruppenanalysen bestätigten die Überlegenheit der Triplettherapie im Vergleich zum Kontrollarm für alle untersuchten Subgruppen. Die Auswertung der ersten 331 randomisierten Studienteilnehmer zeigte für Patienten mit nur einer vorangegangenen Therapielinie eine Ansprechrate von 34 % unter der Triplettherapie (Doublette: 22 %; Kontrolle: 2 %), aber nur von 14 % bei Patienten mit mehr als einer vorangegangenen Therapie (Doublette: 16 %; Kontrolle: 2 %).

Bezüglich des progressionsfreien Überlebens (PFS) wurde in der gesamten Studienpopulation ein signifikanter Vorteil der Triplet- und der Doublettherapie gegenüber dem Kontrollarm gesehen. Im Median lebten Patienten unter der Triplettherapie 4,3 Monate, unter der Doublettherapie 4,2 Monate und im Kontrollarm 1,5 Monate ohne Progress (HR 0,38; 95 %-KI 0,29–0,49 bzw. HR 0,40; 95 %-KI 0,31–0,52; beide p < 0,0001).

Das Sicherheitsprofil beider zielgerichteter Kombinationen erlaubte die langfristige Gabe in hoher Dosisintensität bei den meisten der Patienten. Die chemotherapiefreie zielgerichtete Therapie sollte aufgrund der dargestellten Ergebnisse zum neuen Behandlungsstandard für prospektiv Biomarker-selektierte BRAF-mutierte Patienten werden, so das Fazit des internationalen Forscherteams um Josep Tabernero J, Barcelona, Spanien.

Literatur

  1. Bericht vom 21. ESMO 21st World Congress on Gastrointestinal Cancer (ESMO-WCGC 2019) vom 3. bis 6. Juli 2019 in BarcelonaGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Ine Schmale
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations