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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 9, pp 68–68 | Cite as

ESMO-WCGC 2019

Kolonkarzinom und Co. sind weltweit häufigste krebsbedingte Todesursache

  • Ine Schmale
Onkologie aktuell
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Nach wie vor sind es die Malignome des Gastrointestinaltraktes, die weltweit am häufigsten tödlich enden. Auf dem World Congress on Gastrointestinal Cancer (ESMO-WCGC 2019) wollte man nach Strategien für einen Wendepunkt suchen.

Auch in diesem Jahr trafen sich Gastroonkologen zum internationalen Fachaustausch in Barcelona, Spanien, um neue Daten und Strategien zu diskutieren.

© travelwitness / Fotolia

Das Pankreaskarzinom ist und bleibt eine schwer behandelbare Entität, wie die Präsentation diverser negativer Phase-III-Studien beim World Congress on Gastrointestinal Cancer klar machte. Für Patienten mit BRCA1/2-Keimbahnmutationen sind jedoch Fortschritte zu verzeichnen: Eine Erhaltungstherapie mit Olaparib kann das progressionsfreie Intervall deutlich verlängern.

Ein Teil der Patienten, die sich mit metastasiertem Pankreaskarzinom präsentieren, weisen eine BRCA1- und/oder BRCA2-Keimbahnmutation auf. Diese Patienten (etwa 4–7 %) profitieren insbesondere von einer platinbasierten Chemotherapie. Mit einer Erhaltungstherapie kann der Krankheitsprogress und der Einsatz einer weiteren Chemotherapie verzögert werden, so die Ergebnisse der Phase-III-Studie POLO [Golan T et al. ESMO-WCGC. 2019;Abstr LBA-001].

In der Studie erhielten 154 Patienten in einem medianen Alter von 57 Jahren im Verhältnis 3:2 randomisiert entweder den PARP-Inhibitor Olaparib oder Placebo. Eine BRCA1-Mutation wurde bei 31,5 % der Patienten im Olaparib-Arm und 25,8 % im Placebo-Arm nachgewiesen, eine BRCA2-Mutation bei 67,4 % bzw. 74,2 % der Patienten. Die Patienten waren in der ersten Therapielinie überwiegend mit FOLFIRINOX behandelt worden. Etwa die Hälfte der Patienten zeigte ein Ansprechen auf die Erstlinientherapie und ebenfalls die Hälfte eine Stabilisierung der Erkrankung.

Die POLO-Studie erreichte ihren primären Endpunkt, das mediane PFS wurde durch die Olaparib-Erhaltungstherapie von 3,8 auf 7,4 Monate signifikant verlängert (Hazard Ratio [HR] 0,53; 95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI] 0,35–0,82; p = 0,0038). Als sekundärer Endpunkt wurde das progressionsfreie Überleben der nachfolgenden Therapie (PFS2) untersucht und der Hinweis auf einen Effekt der Olaparib-Therapie über den Progress hinaus gesehen: Patienten des Placeboarms profitierten für 9,2 Monate von der nachfolgenden Therapie, Patienten des Olaparib-Arms für 13,2 Monate (HR 076; 95 %-KI 0,46–1,23; p = 0,26). Bezüglich des Gesamtüberlebens (OS) war mit einer Studienreife von 46 % Ereignissen noch kein Unterschied zwischen den beiden Studienarmen zu erkennen (medianes OS: 18,9 vs. 18,1 Monate). Es sprachen 23,1 versus 11,5 % der Patienten auf die Studienmedikation an. Die Dauer des Ansprechens betrug 24,9 versus 3,7 Monate.

Nebenwirkungen aller Grade wurden bei 95,6 % der Patienten unter Olaparib und 93,3 % unter Placebo berichtet, Nebenwirkungen Grad ≥ 3 bei 39,6 versus 23,3 % der Patienten. 5,5 versus 1,7 % der Studienteilnehmer beider Studienarme brachen die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab.

Literatur

  1. Bericht vom 21. ESMO 21st World Congress on Gastrointestinal Cancer (ESMO-WCGC 2019) vom 3. bis 6. Juli 2019 in BarcelonaGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Ine Schmale
    • 1
  1. 1.

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