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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 9, pp 67–67 | Cite as

Checkpointinhibition beim TNBC — ein Durchbruch?

  • Beate Fessler
Triple-negatives Mammakarzinom
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„Das metastasierte Mammakarzinom ist eine tödliche Erkrankung. Wie lange die Patientinnen überleben, unterscheidet sich je nach Subtyp erheblich“, so Andreas Schneeweiss, Heidelberg. Besonders schlecht ist bislang die Prognose beim triple-negativen Brustkrebs (TNBC). In einer Interimsanalyse des PRAEGNANT-Registers, in der Daten von 917 Patientinnen analysiert wurden, lag das Gesamtüberleben nach zwei Jahren bei HER2-positiven Tumoren bei 84 %, bei Lumina-A- und Lumina-B-like-Tumoren bei 77 % beziehungsweise 70 % und beim TNBC gerade einmal bei 60 % [Taran FA et al. SABCS. 2017;Abstr P5-21-09]. Das könnte sich ändern. Mit der Checkpointinhibition (CPI), die derzeit bei immer mehr Tumorentitäten erfolgreich eingesetzt wird, steht nun auch für das TNBC eine neue vielversprechende Option ante portas.

Dass das Wirkprinzip auch bei Brustkrebs funktioniert, zeigte eine Phase-Ib-Studie, in der nab-Paclitaxel plus Atezolizumab — ein PD-L1-Inhibitor — in der Erst-, Zweit- und Drittlinie beim metastasierten TNBC untersucht wurde. Die bestätigte Ansprechrate lag bei 39,4 % und die Ansprechdauer bei 9,1 Monaten. Die Ergebnisse der Phase-III-Studie IMpassion-130 belegen nun einen signifikanten und klinisch relevanten Vorteil der CPI mit Atezolizumab beim metastasierten TNBC; allerdings nur bei Patienten, bei denen PD-L1-exprimierende Tumor-infiltrierende Immunzellen mindestens 1 % der Tumorfläche bedecken (PD-L1 IC+). Das ist bei etwa 40 % der unbehandelten TNBC der Fall. Die Zulassung wird für Ende 2019 erwartet. Doch dabei wird es nicht bleiben. „Es rollt eine Lawine an Checkpointinhibitoren und immunologischen Therapieansätzen auf uns zu“, prophezeite Schneeweiss, so dass es rasch zu weiteren Zulassungen kommen werde.

Das Mikromilieu „aufheizen“

Da es dem Mammakarzinom an hoher Immunogenität mangelt, lässt sich der Effekt immunologischer Therapien durch das „Aufheizen“ des „kalten Mikromilieus“ weiter verbessern. So wurde etwa in der Phase-II-Studie TONIC durch Bestrahlung oder Zytostatika das Ansprechen auf die CPI mit Nivolumab verbessert. „Wir werden lernen, das ‚kalte Mikromilieu‘ des Mammakarzinoms immer mehr aufzuheizen“, so Schneeweiss. Die Effektivität der CPI könne möglicherweise auch durch onkolytische Viren verstärkt werden, ergänzte Andreas Hartkopf, Tübingen. Aktuell werden in immunonkologischen Studien Checkpointinhibitoren nur selten als Monotherapie gegeben, sondern stets in Kombination mit Chemotherapie, Strahlentherapie oder auch einer zielgerichteten Therapie. Besonders vielversprechend scheint hier die Kombination eines PARP(„poly[ADP-ribose] polymerase“)-Inhibitors mit der CPI zu sein. Präklinische Daten lassen Schneeweiss zufolge einen synergistischen Effekt vermuten.

Literatur

  1. Bericht von der 39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie vom 27. bis 29. Juni 2019 in BerlinGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Beate Fessler
    • 1
  1. 1.

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