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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 6, pp 46–46 | Cite as

ClpP: Neues Target für die Krebstherapie?

  • Moritz Borchers
kurz notiert

Imperidone sind eine neue onkologische Wirkstoffklasse. Ein Vertreter dieser Gruppe — ONC201 — wird zurzeit bei verschiedenen Entitäten klinisch getestet, ein zweiter — ONC212 — befindet sich in präklinischer Prüfung. Trotz Erfolge in frühen klinischen Studien war bisher weitgehend umstritten, wie Imperidone Tumorzellen abtöten. Zwei fast zeitgleich publizierte neue Arbeiten deuten nun daraufhin, dass das mitochondriale Enzym ClpP („caseinolytic protease P“) ein wichtiges Target für die Imperidone darstellt [Graves PR et al. ACS Chem Biol. 2019; http://doi.org/c5jh; Ishizawa J et al. Cancer Cell. 2019; http://doi.org/c5jb].

Gemeinsam liefern die Studien Hinweise, dass Imperidone als Agonisten von ClpP in Krebszellen die Proteolyse von mitochondrialen Proteinen ankurbeln. Diese Proteolyse stört dann offenbar die Atmungskette in den Mitochondrien, was zum Tod der Krebszellen führt. Für nicht maligne Zellen scheint die ClpP-Hyperaktivierung dagegen nicht tödlich zu sein. Die Wirkung der Therapie ist zudem unabhängig davon, ob das Tumorsuppressorgen TP53 mutiert ist oder nicht. Die Ergebnisse wecken die Hoffnung, dass die Aktivierung der mitochondrialen Proteolyse ganz generell ein neues Wirkprinzip für die Krebstherapie darstellen könnte, wie das Team um Jo Ishizawa, Houston, TX/USA, in ihrer Veröffentlichung schreibt. 16 Studien laufen zurzeit zum ClpP-Aktivator ONC201 [https://tinyurl.com/ClinicalTrials-ONC201].

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Authors and Affiliations

  • Moritz Borchers
    • 1
  1. 1.

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