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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 3, pp 50–50 | Cite as

Immunonkologische Strategie auch beim fortgeschrittenen Ösophaguskarzinom

  • Silke Wedekind
onkologie aktuell
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Bei Ösophaguskarzinompatienten mit PD-L1-positivem Tumoren (CPS ≥ 10) könnte die Checkpointinhibtion mit Pembrolizumab der neue Therapiestandard in der Zweitlinie werden.

Patienten mit Ösophaguskarzinom, deren Erkrankung nach einer Erstlinienchemotherapie fortgeschritten ist, haben eine schlechte Prognose. Wie Takashi Kojima, Kashiwa/Japan, erläuterte, gibt es bislang keinen etablierten Behandlungsstandard für die Zweitlinie: „Eingesetzt werden zumeist Taxane und Irinotecan. In Phase-III-Studien konnte dafür allerdings bislang kein Überlebensvorteil belegt werden“, so der Onkologe.

Dementsprechend bedeutsam sind die Ergebnisse der Phase-III-Studie Keynote-181, in der die Gabe des PD-1-Inhibitors Pembrolizumab als Monosubstanz in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen oder metastasierenden Ösophaguskarzinoms bzw. Karzinoms des ösophagogastralen Übergangs untersucht wurde [Kojima T et al. ASCO-GI. 2019;Abstr 2].

In die offene Studie wurden 628 Patienten aufgenommen, deren Erkrankung nach einer ersten Chemotherapie fortgeschritten war. Sie erhielten randomisiert im Verhältnis 1:1 entweder Pembrolizumab (200 mg i. v. q3w) oder eine Chemotherapie (Paclitaxel, Docetaxel oder Irinotecan) nach Ermessen des Prüfarzts. Zudem wurde nach Tumorhistologie (Plattenepithelkarziom oder Adenokarzinom) sowie nach der geografischen Herkunftsregion der Patienten (Asien oder restliche Welt) stratifiziert.

Unter der Therapie mit Pembrolizumab verlängerte sich das Gesamtüberleben (OS) bei Patienten, mit positivem PD-L1(„programmed cell death-ligand 1“)-Status (CPS ≥ 10; PD-L1-Expression gemessen als „combined positive score“ [CPS], wobei der Anteil aller PD-L1 exprimierender Zellen [Tumorzellen, Lymphozyten und Makrophagen] berücksichtigt werden) gegenüber der Chemotherapie signifikant (9,3 vs. 6,7 Monate), das Sterberisiko war unter dem PD-1-Antikörper um 31 % reduziert (Hazard Ratio [HR] 0,69; 95 %-Konfidenzintervall 0,52–0,93; p = 0,0074). Im Pembrolizumab-Arm lebten nach 12 Monaten noch 43 % der Patienten, im Chemotherapiearm noch 20 %.

Patienten mit Plattenepithelkarzinom zeigten ebenfalls eine deutliche Verbesserung des OS unter Pembrolizumab (8,2 vs. 7,1 Monate; HR 0,78; p = 0,0095). Statistische Signifikanz wurde aufgrund der präspezifizierten statistischen Grenze von p ≤ 0,0077 für Überlegenheit jedoch nicht erreicht.

Das Sicherheitsprofil von Pembrolizumab entsprach den Ergebnissen früherer Studien, in denen Patienten den PD-1-Antikörper in Monotherapie erhalten hatten.

„Die Daten lassen den Schluss zu, dass Pembrolizumab bei Ösophaguskarzinompatienten mit PD-L1-positiven Tumoren (CPS ≥ 10) der neue Therapiestandard in der Zweitlinie werden sollte“, schlussfolgerte Kojima.

Literatur

  1. Bericht vom Gastrointestinal Cancers Symposium 2019 vom 17. bis 19. Januar 2019 in San Francisco, CA/USA.Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Silke Wedekind
    • 1
  1. 1.

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