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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 3, pp 32–32 | Cite as

iFOBT bei Verdacht auf Darmkrebs

Abklärung von Nicht-Alarm-Symptomen

  • Robert Bublak
neues aus der forschung
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Rund die Hälfte aller Patienten mit Darmkrebs berichten zu Beginn über Symptome, die sich unterhalb der Alarmschwelle für eine dringende Überweisung zur Malignomabklärung befinden. Die Betroffenen haben dann beispielsweise keinen rektalen Blutabgang, dafür sind veränderte Stuhlgewohnheiten, Bauchschmerzen, Anämie und unspezifische Beschwerden wie Fatigue oder Gewichtsverlust festzustellen.

Dänische Forscher haben untersucht, welchen Nutzen ein immunologischer Test auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) in solchen Situationen haben kann. Beteiligt waren Patienten ab 30 Jahren mit uncharakteristischen Symptomen. Über 3.400 iFOBT-Resultate wurden ausgewertet.

15,6 % der iFOBT fielen positiv aus. In den drei Monaten nach dem positiven iFOBT wurden 77,0 % der positiven Befunde weiter abgeklärt. In 9,4 % der Fälle lautete die Diagnose Darmkrebs, zwei Drittel davon im Stadium I oder II, rund ein Fünftel im Stadium IV. 13,5 % der Patienten mit positivem iFOBT hatten eine ernste Erkrankung, mehrheitlich Hochrisiko-Adenome, aber auch entzündliche Darmleiden. Im gleichen Zeitraum unterzogen sich auch 14,3 % der Patienten mit negativem iFOBT weiteren Untersuchungen. Dabei zeigte sich, dass der iFOBT mit Blick auf Karzinome eine Falsch-negativ-Rate von unter 0,1 % aufwies. Für andere ernste Darmerkrankungen war der iFOBT in 0,9 % falsch-negativ.

Bauchschmerzen sind ein häufiger Grund für Ärzte, einen iFOBT zu veranlassen.

© Wavebreakmedia Ltd / Thinkstock

Die Symptome, die Ärzte am häufigsten zu einem iFOBT veranlassten, waren veränderte Stuhlgewohnheiten (53,9 %) und Bauchschmerzen (45,6 %). Den höchsten positiven Vorhersagewert — Krebs und andere ernste Darmerkrankungen zusammengenommen — hatte ein positiver iFOBT bei Patienten mit unklarer Anämie; der Anteil lag hier bei 20,5 %. Für die übrigen Symptome rangierte die positive Vorhersage zwischen 13 % und 17 %. Auch mit dem Fokus auf Krebs war die positive Vorhersagequote eines positiven iFOBT-Resultats für Anämie am höchsten (11,5 %), gefolgt von veränderten Stuhlgewohnheiten (9,3 %) und Bauchschmerzen (8,6 %).

Literatur

  1. Juul JS et al. The value of using the faecal immunochemical test in general practice on patients presenting with non-alarm symptoms of colorectal cancer. Br J Cancer. 2018;119(4):471-9CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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