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InFo Onkologie

, Volume 21, Issue 2, pp 61–61 | Cite as

Hämatologische Tumoren

Macht ein Krafttraining die Therapie verträglicher?

  • Philipp Grätzel von Grätz
onkologie aktuell
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Bewegung trage dazu bei, die Lebensqualität unter Chemotherapie zu erhalten, den Patienten das Körpergefühl wiederzugeben, unerwünschte Wirkungen zu verringern und die Therapieverträglichkeit zu verbessern, sagte Antonia Pahl, Freiburg. Zwar gibt es relativ viele Studien zu multimodalen Bewegungskonzepten bei Patienten mit soliden Tumoren, vergleichsweise wenige Daten dagegen spezifisch zum Krafttraining und insgesamt bei Patienten mit hämatologischen Neoplasien. Diese Lücke sollte die randomisierte alloViTra-Studie füllen, bei der am Universitätsklinikum Freiburg 71 hämatologische Tumorpatienten unter stationärer Chemotherapie fünfmal die Woche entweder ein sanftes Krafttraining mit einer Ganzkörpervibrationsplatte (Galileo) für je 20 Minuten mit 20 bis 25 Hertz durchliefen oder, in der Kontrollgruppe, eine Wirbelsäulenmobilisation absolvierten.

Erste Ergebnisse, die Pahl „frisch aus der Datenbank“ vorstellen konnte, sprechen einerseits dafür, dass das Training problemlos vertragen wird. Zum anderen gibt es zumindest im längerfristigen Verlauf auch messbare Vorteile in der Trainingsgruppe. Zwar nahm die maximale Sauerstoffaufnahme (primärer Endpunkt) und die maximale Belastbarkeit bei Spiroergometrie in beiden Studienarmen unter Chemotherapie signifikant ab. Es gab hier am Ende der Therapie nach 30 Tagen auch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Im Follow-up fünf Monate nach Therapieende schnitten die Patienten in der Trainingsgruppe aber signifikant besser ab, und zwar sowohl hinsichtlich der maximalen Sauerstoffaufnahme als auch hinsichtlich der Belastbarkeit bei der Spiroergometrie. Darüber hinausgehende Auswertungen, unter anderem zum Effekt auf die Muskulatur, sollen jetzt folgen. Insgesamt zeige die Studie, dass Bewegungstherapie während einer Chemotherapie auch bei hämatologischen Patienten umsetzbar sei. Eindeutige Empfehlungen zu Art und Umfang könnten bisher allerdings noch nicht gegeben werden, so Pahl.

Literatur

  1. Bericht vom 33. Deutschen Krebskongress (DKK 2018) vom 21. bis 24. Februar 2018 in Berlin.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Philipp Grätzel von Grätz
    • 1
  1. 1.

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