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InFo Onkologie

, Volume 21, Issue 2, pp 59–59 | Cite as

Therapie dermatologischer Tumoren

Kommen IDO1-Hemmer und adoptive T-Zellen?

  • Peter Leiner
onkologie aktuell
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„Ich glaube, dass in der Dermatologie die Immuncheckpointblockade längst angekommen ist“, so Axel Hauschild, Kiel. Tatsächlich ist die Palette der zugelassenen Checkpointhemmer — etwa zur Melanomtherapie — seit Einführung von Ipilimumab 2011 durch Pembrolizumab und Nivolumab erweitert worden.

IDO1-Hemmer Epacadostat

Als ein zusätzliches Highlight in der immunonkologischen Entwicklung bewertet Hauschild Studien zur Hemmung des Enzyms IDO1 (Indolamin-2,3-Dioxygenase) durch Epacadostat bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom. Das Enzym erzeugt in der Tumormikroumgebung eine immunsuppressive Situation, die durch den Wirkstoff aufgehoben wird. Da bietet sich eine Kombination mit einem Checkpointhemmer, der die Bremsen der Immunabwehr löst, geradezu an.

So wird zum Beispiel in der Studie ECHO-202/KEYNOTE-037 einer der drei derzeit in Studien geprüften IDO1-Hemmer, Epacadostat, in Kombination mit dem Checkpointhemmer Pembrolizumab untersucht. Darin ist ersten Ergebnissen zufolge eine Remissionsrate von 58 % erreicht worden. Diese liege etwa 15 % höher als bei alleiniger Pembrolizumab-Therapie, so Hauschild. Zudem sei mit 18 Monaten ein eindrucksvoll anhaltendes progressionsfreies Überleben (PFS) dokumentiert worden. Mit dem gegen PD-1 („programmed cell death protein 1“) gerichteten Wirkstoff allein seien bisher nur sechs bis sieben Monate erreicht worden. Inzwischen wurden 600 Patienten in die Studie aufgenommen. Weitere Ergebnisse werden spätestens im Herbst 2018 beim Kongress der European Society for Medical Oncology erwartet. Wenn diese Therapiestrategie funktioniere, „dann würde das das Tor für die IDO1-Hemmung bei Melanomen und vielen anderen Tumoren öffnen“, so Hauschild.

Adoptiver T-Zelltransfer

Große Hoffnungen ruhen auch auf der Anwendung des adoptiven T-Zelltransfers. Bei diesem vor allem in USA und Israel geprüften Verfahren werden die autologen Tumor-infiltrierenden Lymphozyten (TIL) aus dem Malignom isoliert, in einem sehr komplexen Verfahren aufbereitet und ex vivo expandiert sowie mit hochdosiertem Interleukin-2 reinfundiert. Zudem erfolgt eine Lymphodepletion mit Cyclophosphamid und Fludarabin. Hauschild: „Eine Bestrahlung braucht man wahrscheinlich nicht.“ Seit Kurzem gebe es auch in Deutschland eine entsprechende Studie von dem Unternehmen Iovance Biotherapeutics, wobei die Präparation der TIL unter standardisierten Bedingungen in einem Zentrallabor erfolge. Laut Hauschild wurde in Untersuchungen der Arbeitsgruppe um den TIL-Pionier Steven Rosenberg aus Bethesda in USA und Jacob Schachter aus Tel Hashomer in Israel bei Patienten mit bis zu sieben Vortherapien eine Rate an kompletten Remissionen von 30 % erzielt. „Und das ohne eine Strahlentherapie“, so Hauschild.

Immuntherpaie von kutanen Plattenepithelkarzinomen

Auch beim metastasierten kutanen Plattenepithelkarzinom hält die Immunonkologie Einzug, und zwar mit dem PD-1-Antikörper Cemiplimab. In der randomisierten Zulassungsstudie mit Patienten, bei denen das Karzinom lokal fortgeschritten war und nicht reseziert werden konnte, habe ersten Ergebnissen zufolge die Remissionsrate bei 46 % gelegen. Auch Patienten mit Basalzellkarzinomen profitieren überraschend gut von einer Cemiplimab-Therapie, wie Hauschild berichtete.

Literatur

  1. Bericht vom 33. Deutschen Krebskongress (DKK 2018) vom 21. bis 24. Februar 2018 in Berlin.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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