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Orthopädie & Rheuma

, Volume 22, Issue 2, pp 56–56 | Cite as

Tipps für die Personalauswahl

Passen anvisierte MFA-Bewerber ins angestammte Praxisteam?

  • Anke Thomas
Praxis konkret
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Suchen Ärzte neue Medizinische Fachangestellte (MFA), ist es oft nicht einfach, unter den Bewerbern jene zu wählen, die am besten ins Praxisteam passen. Bei der Auswahl sollten Arbeitgeber nicht nur die Bewerbungsunterlagen auf Herz und Nieren prüfen, sondern auch weitere praxisrelevante Qualitäten.

Mechthild Wick, Expertin für Kommunikationstraining und Coaching, rät, bei der potenziellen neuen Kraft auch auf Methodenkompetenzen zu achten. Kann sie beispielsweise QM-Maßnahmen umsetzen? Verfügt sie über Sozialkompetenzen — kann sie also gut kommunizieren, ist sie teamfähig? Ebenfalls wichtig: Wie geht die Person mit Stress um? Ist sie in der Lage, Prioritäten zu setzen? Kann sie sich abgrenzen, wenn ein Patient unverschämt oder gar aggressiv wird?

Derlei Eigenschaften können Arbeitgeber beispielsweise mit kleinen Persönlichkeitstests abgfragen. Bekannt ist hier vor allen Dingen das „Big Five“- oder auch Fünf-Faktoren-Modell, bei dem die Persönlichkeit eines Menschen in folgende fünf Hauptdimensionen eingeteilt wird:
  • Offenheit für Erfahrungen (Aufgeschlossenheit)

  • Gewissenhaftigkeit (Perfektionismus)

  • Extraversion (Geselligkeit)

  • Verträglichkeit (Rücksichtnahme, Kooperationsbereitschaft, Empathie)

  • Neurotizismus (emotionale Labilität und Verletzlichkeit).

Bewerbungsunterlagen — nur eines von vielen Puzzleteilen, die bei der Personalsuche relevant sind.

© Stockfotos-MG / stock.adobe.com

Es gibt kostenlose Tests im Web (etwa unter https://www.123test.de/), mit denen man solche arbeitsrelevanten Eigenschaften ausloten kann. Sollen Bewerber einen solchen Test durchführen, sei natürlich deren Einverständnis die Voraussetzung, mahnte Wick.

Sehr aufschlussreich kann ein Probearbeitstag sein, an dem alle Beteiligten prüfen können, ob ein Bewerber ins Team passt und die Arbeit dessen Kompetenzen und Vorstellungen entsprechen — eine Zeitinvestition, die sich lohnt. Wick empfiehlt, die vorhandenen Mitarbeiterinnen an der Personalentscheidung zu beteiligen. So fühlen sie sich mehr verpflichtet, der neuen Kollegin oder dem Kollegen den Weg ins Team zu ebnen und zu unterstützen.

Im Bewerbungsgespräch rät Wick zu vielen offenen Fragen. Zudem sollten die Unterhaltung zum größten Teil von der Bewerberin oder dem Bewerber bestritten werden. Der Arzt könnte zum Beispiel Szenen aus dem Praxisalltag vorstellen und fragen: Was würden Sie in solch einem Fall tun?

Um geeignetes Personal für die Praxis zu finden, bieten sich verschiedene Wege an. Fast unverzichtbar sind heutzutage Jobportale im Internet, beispielsweise monster.de oder stepstone.de. Ärzte, die eine MFA für die Praxis suchen, können auch die Stellenbörsen der Kassenärztlichen Vereinigungen nutzen. Der Service ist kostenlos. Eine kostenlose Anzeige kann auch unter http://www.medi-jobs.de/ aufgegeben werden. Der Umfang ist jedoch beschränkt. Wer mehr will, muss bei einer „Premium-Anzeige“ für 60 Tage mit rund 400 Euro an Kosten rechnen. SpringerMedizin betreibt das Portal https://jobs.springermedizin.de/, das ebenfalls speziell auf medizinisches Fachpersonal ausgerichtet ist.

Ein besonders auf MFA zugeschnittenes Portal ist www.mfa-jobnet.de/. Die Preise für Anzeigen dort schwanken von rund 10 Euro bis 13 Euro für sechs bis acht Wochen. Auch soziale Medien sollten Arbeitgeber für die Personalsuche nutzen. Beispielsweise gibt es bei Facebook diverse Seiten, auf denen sich MFA austauschen und auch Stellenanzeigen weitergeben. Weitere Ideen für die Personalsuche (etwa Aushänge in Berufsschulen) können auch in einer Teambesprechung gesammelt und danach umgesetzt werden.

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Authors and Affiliations

  • Anke Thomas
    • 1
  1. 1.

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