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Orthopädie & Rheuma

, Volume 22, Issue 2, pp 17–17 | Cite as

RA: Komorbiditätsrate ist erschreckend hoch

  • Robert Bublak
Literatur kompakt

Wer bei rheumatoider Arthritis nur auf die Gelenke sieht, blickt nicht weit genug. Denn die Liste der Begleitkrankheiten der Patienten ist beängstigend lang. Das hat eine deutsche Forschergruppe eindrücklich belegt.

Auf der Basis von Versichertendaten der Barmer Ersatzkasse haben Luque Ramos A et al. vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin knapp 97.000 Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) im Durchschnittsalter von 63 Jahren mit rund 485.000 Kontrollen gleichen Alters und Geschlechts verglichen. Schon früher haben Studien ergeben, dass viele RA-Kranke Komorbiditäten aufweisen. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung sind ob ihrer Deutlichkeit dennoch erstaunlich. 26 Erkrankungen, darunter kardiovaskuläre Störungen und Risikofaktoren, muskuloskelettale Krankheiten, Tumorleiden, Lungen, Leber- und Nierenerkrankungen sowie Depressionen, hatten die Autoren untersucht. Bei allen 26 untersuchten Krankheiten standen die RA-Patienten schlechter da als die Kontrollen.

So litten 62,5 % der Rheumakranken an Hypertonie; bei den Kontrollen waren es 47,9 %. Eine Arthrose wiesen 44,0 gegenüber 21,4 % auf. 39,9 gegenüber 32,2 % hatten zu hohe Blutfettwerte. Von Depressionen wurden 31,8 % der RA-Patienten und 20,1 % der Vergleichspersonen geplagt. Krass war der Unterschied bei der Osteoporose: 25,9 % der RA-Patienten, aber nur 9,4 % der Kontrollen waren von Knochenschwund betroffen.

Auch die Versorgungssituation bietet Anlass zur Besorgnis. Die Befragung einer Zufallsstichprobe hat ergeben: Patienten mit RA sind umso seltener in rheumatologischer Behandlung, je mehr Komorbiditäten sie aufweisen.

Fazit: Vier von fünf RA-Patienten haben mindestens zwei Begleitkrankheiten, jeder neunte acht oder mehr. Doch während von den Rheumakranken mit höchstens einer Begleiterkrankung knapp 87 % in fachärztlicher Behandlung sind, liegt diese Rate bei den multipel Erkrankten nur noch bei rund 76 %.

Literatur

  1. Luque Ramos A et al. Comorbidities in Patients with Rheumatoid Arthritis and Their Association with Patient-reported Outcomes: Results of Claims Data Linked to Questionnaire Survey. J Rheumatol 2019;  https://doi.org/10.3899/jrheum.180668Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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