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Orthopädie & Rheuma

, Volume 21, Issue 5, pp 23–23 | Cite as

PROCLAIR: Rheumapatienten sind bei Rheumatologen besser aufgehoben

Fortbildung
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Längst nicht alle Rheumapatienten werden durch einen internistischen Rheumatologen versorgt. Sollten sie aber, wie das Verbundprojekt PROCLAIR zeigt. Darin wurde eine Stichprobe von Krankenkassendaten von BARMER-Versicherten mit rheumatoider Arthritis (RA) untersucht und mit Fragebogendaten der Versicherten zusammengeführt. So sollte die Datenlücke zu Patienten, die überhaupt nicht bei Rheumatologen vorstellig werden, gefüllt werden. Die Ergebnisse stellte Dr. med. Katinka Albrecht vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) in Berlin vor.

Die Abrechnungsdaten offenbaren, dass sich die medikamentöse Therapie erheblich unterschied, je nach dem, ob die Patienten durch einen Rheumatologen oder einen Nicht-Rheumatologen betreut wurden. Während rheumatologisch betreute RA-Patienten zu 63 % konventionelle synthetische (cs) und zu 18 % biologische (b) DMARDs erhielten, waren es andernfalls nur 18 % beziehungsweise 2 %. Es fand also keine leitliniengerechte Therapie statt.

Glukokortikoide wurden von Nicht-Rheumatologen mit 58 % versus 30 % doppelt so häufig eingesetzt wie von Rheumatologen. Den geringsten Unterschied gab es bei den NSAR-Verordnungen (48 % versus 55%).

Sogar RA-Patienten mit hoher Krankheitslast erhielten von Nicht-Rheumatologen seltener cs- und bDMARDs, und zwar obwohl sie zu 70 % moderate bis starke Schmerzen und zu knapp 50 % Funktionsdefizite wegen schmerzhaften und geschwollenen Gelenken angaben. Das Risiko für eine Unterversorgung war besonders bei Patienten höheres Alters, RA-Kranken in Pflegeheimen, jungen Erwachsenen mit JIA sowie bei Patienten mit vielen Komorbiditäten erhöht. Albrecht nannte noch einen weiteren Unterschied: Entzündungsparameter wurden von Nicht-Rheumatologen deutlich seltener kontrolliert.

Albrechts Fazit aus PROCLAIR: RA-Patienten brauchen Rheumatologen, um die Diagnose zu sichern, für die spezialisierte medikamentöse Therapie und für die interdisziplinäre Betreuung der Komorbiditäten. Ein relevanter Teil der seronegativen, älteren und multimorbiden RA-Patienten werde nicht internistisch-rheumatologisch betreut. Daher müssten die vorhandenen Strategien weiter optimiert werden.

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • kat
    • 1
  1. 1.

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