Advertisement

ästhetische dermatologie & kosmetologie

, Volume 11, Issue 3, pp 15–15 | Cite as

Lasertherapie bei Erythemen & Co.

Rötungen verschwinden bei 577 Nanometern

  • Miriam Sonnet
derma aktuell
  • 42 Downloads

Ein Laser mit 577 nm Wellenlänge kann effizient zur Therapie von Gesichtsrötungen, beispielsweise Erythemen oder Teleangiektasien, eingesetzt werden. Für den Behandlungserfolg sind dabei nur wenige Sitzungen nötig. Ein weiterer Vorteil: Das Risiko für Nebenwirkungen ist gering.

Für zahlreiche Betroffene bedeuten auffällige Gesichtsrötungen, etwa eine Rosazea, eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. Gerade Teleangiektasien sind nur schwer durch Make-up zu verbergen. Daher entscheiden sich viele Patienten für eine Therapie, beispielsweise mit Lasern. Manche davon rufen jedoch Nebenwirkungen hervor. So wurde die Verwendung eines Argon-Lasers mit Hypopigmentierungen oder Narben in Verbindung gebracht. Der Krypton-Laser wiederum kann unter anderem zu Erythemen, Ödemen und Hyperpigmentierungen führen.

Studie mit 40 Patienten

Eine Lasertherapie mit einer Wellenlänge von 577 nm scheint bei Gesichtsrötungen besonders effektiv zu sein und verursacht fast keine unerwünschten Reaktionen. Das geht aus einer neuen Studie aus der Türkei hervor, in der die Autoren 40 Patienten mit Rötungen im Gesicht (darunter 25 Frauen), die sich einer Laserbehandlung unterzogen hatten, retrospektiv untersuchten. 13 Probanden hatten Erytheme im Gesicht, elf Gesichts-Teleangiektasien und sieben eine Rosacea erythematosa-teleangiectatica. Neun Teilnehmer hatten sowohl Erytheme als auch Teleangiektasien im Gesicht. Jeder Patient erhielt mindestens eine bis zu maximal vier Laserbehandlungen im Abstand von je vier Wochen. Unmittelbar vor und vier Wochen nach der Therapie wurden die entsprechenden Hautstellen fotografiert und durch zwei unabhängige Experten bewertet.Als „Heilung“ wurde eine mindestens 80%ige Verbesserung des Hautbilds definiert.

Heilungsfortschritt einer Patientin mit Erythemen und Teleangiektasien (links) nach drei Sessions (rechts)

© Springer-Verlag London Ltd., part of Springer Nature

Erytheme lassen sich am besten entfernen

Gleichzeitig benötigten die Ärzte für die Behandlung von Erythemen weniger Lasersessions als bei den anderen Rötungen. Erytheme im Gesicht wurden im Schnitt 1,53 Mal gelasert, Teleangiektasien 3,36 mal, eine Rosacea erythematosa-teleangiectatica 3,14 mal und die Kombination aus Erythemen und Teleangiektasien 2,22 mal. Bei den 15 Patienten mit Fitzpatrick Hauttyp 2 war der Laser etwas erfolgreicher als bei den 25 Patienten mit Hauttyp 3 (Erfolgsrate 92 % vs. 87 %).

Insgesamt entfernte der 577-nm-Laser („Pro Yellow Laser“, Asclepion) die Rötungen im Gesicht sehr gut. Die Behandlung war bei Patienten mit Erythemen im Gesicht am effizientesten (Erfolgsrate: 95,38 %) und nur etwas weniger erfolgreich bei Teleangiektasien (Erfolgsrate: 83,63 %), bei einer Rosacea erythematosa-teleangiectatica (91,42 %) und bei der Kombination aus Erythemen und Teleangiektasien (85,5 %).

Komplikationen wie atrophische Narbenbildungen, postinflammatorische Hyperpigmentierungen oder Hypopigmentierungen traten nicht auf. In einem Fall entstand nach dem Lasern ein Erythem, das aber 60 Minuten danach wieder verschwand.

Anwendung auch auf dunkler Haut?

Die Forscher erklären sich die Behandlungserfolge des Lasers damit, dass sich seine Wellenlänge mit einem der beiden Absorptionspeaks von Hämoglobin (542 nm und 577 nm) deckt. Der Laser, der ausschließlich Lichtenergie im gelben Wellenlängenbereich emittiert, hat den Autoren zufolge weitere Vorteile: So kann er bei Patienten mit dunkler Haut angewendet werden. Außerdem ist das Risiko für Hyperpigmentierungen oder Narbenbildungen äußerst gering. Die Ergebnisse müssen allerdings noch in Studien mit mehr Patienten verifiziert werden.

Literatur

  1. Kapicioglu Y et al. Treatment of erythematotelangiectatic rosacea, facial erythema, and facial telangiectasia with a 577-nm pro-yellow laser: a case series. Lasers Med Sci. 2019; 34: 93–8CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Miriam Sonnet
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations