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ästhetische dermatologie & kosmetologie

, Volume 11, Issue 3, pp 17–17 | Cite as

Schnelle Heilung durch aktivierte Thrombozyten

Wundversorgung mit standardisierter PRP-Methode

  • Christine Starostzik
derma aktuell
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Die unterschiedlichen Ergebnisse beim Einsatz plättchenreichen Plasmas sind möglicherweise auf die bislang fehlende Qualitätskontrolle zurückzuführen. Chinesische Ärzte sind der Standardisierung jetzt einen Schritt nähergekommen.

Thrombozytenkonzentrate werden seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen der Medizin, von der Onkologie über die Oralchirurgie bis hin zur Orthopädie eingesetzt. Wegen ihrer wundheilungsfördernden Eigenschaften werden autologe Plättchenkonzentrate auch in der ästhetischen Dermatologie sowie im Rahmen der Wundversorgung verwendet. Durch die Freisetzung verschiedener bioaktiver Komponenten wie Zytokine, Wundheilungs- und Wachstumsfaktoren soll die Regeneration in den behandelten Arealen angeregt werden. Die aus Eigenblut gewonnene angereicherte Thrombozytenfraktion wird heute meist mithilfe kommerzieller Kits hergestellt. Bislang mangelt es allerdings an einer Qualitätskontrolle des Endprodukts. Ein chinesisches Forscherteam hat sich nun um die weitere Standardisierung der Methode bemüht.

Die Ärzte haben 21 Patienten zwischen 60 und 82 Jahren mit problematischen Ulzera, etwa infolge Trauma, Gefäßerkrankung, Druck oder Radiotherapie, mit standardisiertem plättchenreichen Plasma (S-PRP) behandelt. Zunächst wurde die Ausgangskonzentration der Thrombozyten im EDTA-Blut der Patienten bestimmt. Nach Gewinnung der PRP-Fraktion in zwei Zentrifugationsschritten und Resuspendierung in Plasma wurde die Thrombozytenkonzentration in dieser Fraktion gemessen. Die automatische Bestimmung der Zellzahl wurde im Rahmen der Standardisierung durch einige Parameter wie das mittlere Plättchenvolumen (MPV), die Plättchenverteilungsbreite (PDW) sowie den Plättchenkrit (PCT) ergänzt. Die Thrombozytenkonzentration nach der zweiten Zentrifugation lag durchschnittlich bei 1.218 x 109/l (vs. 219 x 109/l im EDTA-Blut), die Leukozytenkonzentration bei 1,67 x 109/l. Im Vergleich zum EDTA-Blut war nach der zweiten Zentrifugation die PDW signifikant gesunken, das MPV gestiegen und der PCT nicht mehr feststellbar.

Die Thrombozytenkonzentration der zu verwendenden Fraktion wurde auf rund 1.000 x 109/l eingestellt (ggf. durch erneute Präparation bzw. ein entsprechend hohes Plasmavolumen bei der Resuspendierung). Zur Aktivierung wurden Thrombin und Calcium zugesetzt. Nach einem weiteren Trennungsschritt wurde das entstandene Thrombozyten-Gel direkt auf die Wundoberfläche gegeben und auch der PRP-Überstand mittels Gaze aufgebracht, um zu verhindern, dass aktive Inhaltsstoffe verloren gingen.

Typische Fallbeispiele

Wie bereitet man plättchenreiches Plasma am besten auf, ohne dass aktive Inhaltsstoffe verloren gehen?

© ozina / Getty Images / IStock

Bei allen 21 Patienten wurde nach der S-PRP-Behandlung eine beschleunigte Heilung beobachtet. Nebenwirkungen traten nicht auf. Die Ärzte dokumentierten anhand von Bildmaterial den Fall einer 60-jährigen Frau mit einem traumatisch bedingten Ulkus am Kopf, das trotz zweimaliger chirurgischer Versorgung nicht heilte. Nach zwei Behandlungen mit S-PRP im Abstand von einer Woche kam es schließlich zur Heilung. Eine 74-jährige Patientin litt an einem Unterschenkelgeschwür, das sich mehr als einen Monat nach einer Hauttransplantation nicht verbessert hatte. Bereits drei Tage nach der ersten S-PRP-Behandlung wurde der Beginn einer epithelialen Gewebebildung beobachtet. Nach einer Woche verkleinerte sich die Wundoberfläche und nach der zweiten Behandlung, eine Woche später, war der überwiegende Teil der Wunde bereits abgeheilt.

Faktoren der Qualitätskontrolle

Der wichtigste Aspekt bei der Präparation von PRP sei die Standardisierung der Thrombozytenzahl, aber auch die Qualität der Plättchen sei wichtig, so die Autoren. Als Marker der Plättchenaktivität würden MPV und PDW angesehen, da sie die Morphologie der Thrombozyten widerspiegelten. Die Veränderungen von MPV und PDW seien Indikatoren dafür, dass die Zentrifugation Einfluss auf Morphologie und Funktion der Thrombozyten habe und könnten deshalb zur Beurteilung der PRP-Qualität eingesetzt werden. In der vorliegenden Studie befanden sich diese Werte auch nach der Zentrifugation innerhalb der Referenzgrenzen, sodass die Qualität des verwendeten S-PRP als akzeptabel bewertet werden konnte.

Literatur

  1. Tian J. et al. Application of standardized platelet-rich plasma in elderly patients with complex wounds. 5 2019; 27: 268–76CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Christine Starostzik
    • 1
  1. 1.

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