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ästhetische dermatologie & kosmetologie

, Volume 11, Issue 3, pp 16–16 | Cite as

Erfahrungen an US-Zentrum

Feuermale: Lasertherapie ohne Narkose möglichst schon im frühen Kindesalter

  • Peter Leiner
derma aktuell

Bei maximal ein Jahr alten Säuglingen mit einem Feuermal wird durch die Therapie mit einem gepulsten Farbstofflaser ohne Narkose eine exzellente Aufhellung erzielt, ohne dass es zu Komplikationen kommt. In einer retrospektiven Kohortenstudie verschwanden bei zwei von drei Patienten 76 % bis 100 % aller Gefäßfehlbildungen.

Über die wiederholte Anwendung der Narkose bei Kindern unter drei Jahren, die Feuermale (Naevus flammeus) haben, während der Behandlung mit gepulstem Farbstofflaser gibt es immer wieder Diskussionen. Deshalb haben Ärzte aus den USA retrospektiv die an ihrem Laserzentrum erhobenen Daten zum Lasern ohne Narkose ausgewertet. Sie stammen von fast 200 Kindern und wurden im Zeitraum zwischen 2000 und 2017 erhoben. Die Ärzte argumentieren für die frühe Laserbehandlung ohne Narkose, weil Säuglinge leichter ruhiggehalten werden können als ältere Kinder. Die teilnehmenden Säuglinge ihrer Einrichtung waren zwischen fünf und 355 Tage alt. Für die Behandlung wurde der Laser VBeam Perfecta von Syneron-Candela mit einer Wellenlänge von 595 nm verwendet.

Im Median zehn Sitzungen

Knapp 91 % der Kinder hatten einen hellen Hauttyp (Fitzpatrick I–III). Mehr als 75 % der erythematösen Flecke befanden sich im Gesicht, die übrigen auf dem Körperstamm oder auf Armen oder Beinen. Bei 81 der 197 Kinder hatten sie sich im Gesicht mit periokulärer Beteiligung entwickelt. Die Größe reichte von 0,49 bis zu 600 cm2 (Durchschnitt: circa 61 cm2). Die für die Laserbehandlung genutzte Energiedichte betrug 6,5 bis 9,0 J/cm2, die Impulsdauer 0,45 bis 1,5 Millisekunden bei einer Spot-Größe zwischen 10 und 12 mm. Median wurde 9,8-mal behandelt (mindestens zweimal, maximal 23-mal). Zwischen zwei Therapiesitzungen lagen durchschnittlich 37,3 Tage. Den größten Erfolg mit maximaler Aufhellung erzielten die Ärzte, wenn die durchschnittliche Größe des Mals bei 49 cm2 lag. Bei betroffenen Patienten waren mit im Mittel 8,1 Laserbehandlungen die wenigsten Therapiesitzungen nötig.

Der Therapieerfolg wurde anhand der visuellen Analogskala (VAS, fünf Gruppen, Score 1–5) beurteilt. Wie die Ärzte berichten, wurde durch die Lasertherapie bei 51 Kindern (25,9 %) eine 100 %ige Aufhellung erzielt, bei 81 eine Aufhellung um 76–99 %, bei 44 um 51–75 %, bei 13 um 26–50 % und bei acht Kindern um 0–25 %. Bei 41 % (n = 81) der Kinder mit periokulärer Beteiligung wurde demnach eine hervorragende Aufhellung ohne Komplikationen erzielt. Insgesamt wurde bei 66,5 % aller Kinder eine Aufhellung um 76–100 % erreicht. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass bei jedem fünften der 149 Kinder mit Naevus flammeus im Gesicht der Trigeminusast V1 (Nervus ophthalmicus), bei 32 % der Ast V2 (N. maxillaris) betroffen war. Die V1Beteiligung war mit der höchsten Aufhellungsrate assoziiert (VAS: 3,98).

Naevus flammeus bei einem Kleinkind

© Dr. Hans Schulz, Bergkamen

Hyperthrophe Veränderungen in der fünften Lebensdekade

Nach Ansicht der Autoren spricht für eine frühzeitige Behandlung von Feuermalen auch die Beobachtung, dass sich diese von ursprünglich oberflächlichen mit den Jahren zu dickeren Flecken entwickeln. So hätten zum Beispiel in einer Studie mit mehr als 400 Patienten mit einem Feuermal zwei Drittel in der fünften Lebensdekade knotige oder hypertrophe Veränderungen entwickelt, im Durchschnitt mit 37 Jahren. Berichte über eine wenig erfolgreiche Laserbehandlung bei jüngeren Kindern könnten darauf beruhen, dass noch keine modernen Lasersysteme verwendet worden seien.

Einschränkend weisen die Ärzte darauf hin, dass es sich bei ihrer Untersuchung in New York um eine retrospektive Studie an nur einem einzigen Zentrum handele. Zudem wurde der Therapieerfolg anhand von Fotografien beurteilt, die nicht standardisiert gewesen seien. Außerdem fehlten Langzeitdaten.

Literatur

  1. Jeon H et al. Pulsed Dye Laser Treatment of Port-Wine Stains in Infancy Without the Need for General Anesthesia. JAMA Dermatol. 2019; 155: 435–41CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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