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ästhetische dermatologie & kosmetologie

, Volume 11, Issue 1, pp 19–19 | Cite as

Evidenz weiterhin fraglich

Methotrexat bei Alopecia areata/totalis?

  • Miriam Sonnet
derma aktuell

Die Therapie von Alopecia areata/totalis mit Methotrexat (MTX) ist bisher nur unzureichend untersucht worden. In einer neuen Literatursuche fanden die Autoren Hinweise auf ein erneutes Haarwachstum nach MTX-Therapie.

Bei extensivem Haarausfall ist Methotrexat (MTX) zur Behandlung denkbar, allerdings fehlen bisher randomisierte, kontrollierte Studien, die die Effizienz beweisen. Daran konnte auch eine neue Studie nichts ändern; die Datenlage bleibt dürftig [1].

Die Autoren durchsuchten die Literatur nach experimentellen oder Beobachtungsstudien, in denen Alopecia-Patienten mit MTX behandelt wurden. Sie schlossen zudem Fallstudien, die mehr als fünf Patienten rekrutiert hatten, Leitlinien der British Association of Dermatologists und systematische Reviews mit ein. Insgesamt 13 von 216 Studien erfüllten die Kriterien.

In den Leitlinien wird MTX zwar mit einer Studie erwähnt [1, 3, 4], die beste „Therapie“ für exzessiven Haarausfall sei aber immer noch eine Perücke. Auch die Immuntherapie sei eine Option. In einer retrospektiven Fallserie wiederum beschrieben die Autoren ein erneutes Haarwachstum bei 50 % der Patienten nach Anwendung von MTX [1, 5, 6]. Die Autoren einer weiteren Studie folgern, dass MTX angewendet werden kann, wenn die Standardtherapie keine Wirkung zeigt [1, 7].

In unkontrollierten prospektiven Untersuchungen und weiteren retrospektiven Fallserien fanden sich wenige Hinweise auf eine Wirksamkeit von MTX bei Alopecia totalis/universalis/ophiasis. Firooz et al. hatten zehn Alopecia-universalis/ophiasis-Patienten mit MTX plus Prednisolon behandelt und in 80 % der Fälle ein komplettes Haarwachstum erzielt [1, 8]. Vier Patienten hatten einen Rückfall erlitten. Mit der Kombination von Methylprednisolon und MTX lassen sich ebenfalls einigermaßen gute Ergebnisse erzielen [1, 9]. Allerdings wurden in der letztgenannten Studie nur Fälle mit kürzlich neu aufgetretener Alopecia areata (< 1 Jahr Dauer) untersucht, ein spontanes Haarwachstum kann demnach nicht ausgeschlossen werden. Auch in anderen Studien fanden die Autoren der Literatursuche zwar Hinweise auf die Wirksamkeit von MTX. Die Daten sind aber noch nicht ausreichend, um eine tatsächliche Effizienz zu beweisen.

Die Autoren weisen darauf hin, dass viele der untersuchten Studien nur kleine Fallzahlen beinhalteten, Patienten teilweise mit einer Kombination aus MTX und anderen Präparaten behandelt worden und die meisten Untersuchungszeiträume eher von kurzer Dauer gewesen waren. Deshalb sei es schwierig, Schlüsse über die tatsächliche Effizienz von MTX zu ziehen. Allerdings schreiben die Autoren in ihrem Fazit, dass MTX ein Medikament mit relativ wenigen und vorhersehbaren Nebenwirkungen sei und bei Patienten, die unter einer schweren Alopecia leiden, in Betracht gezogen werden könne. Dies gelte besonders für Patienten, bei denen das Ziel sei, ein erneutes Haarwachstum nach Therapie zu erhalten und bei denen ein leichter immunsuppressiver Effekt ausreicht, um die Erkrankung zu kontrollieren.

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Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Miriam Sonnet
    • 1
  1. 1.

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