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Der Freie Zahnarzt

, Volume 63, Issue 1, pp 36–36 | Cite as

B — Die BWA und das Praxiscontrolling

  • Barbara Mertens
Praxismanagement
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Buchhaltungs-ABC. Unabhängig davon, ob die Buchhaltung in der Praxis oder durch ein Steuerbüro erstellt wird, sollte der Praxisinhaber die daraus resultierenden Ergebnisse nachvollziehen können.

Um sich einen Überblick zur finanziellen Situation der Praxis zu verschaffen, erstellt jede Buchhaltungssoftware unterschiedliche Auswertungen. Eine der unverzichtbaren Informationsquellen ist die BWA — die betriebswirtschaftliche Auswertung für den jeweils aktuellen Buchungszeitraum beziehungsweise für das aktuelle Wirtschaftsjahr.

Bei der Bewertung der BWA ist es grundsätzlich wichtig zu wissen, ob die Buchhaltung als Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder als Bilanz dargestellt wird. Beim Einnahmen-Überschuss-Rechner zeigt die BWA die geflossenen Aufwendungen und Erträge für den Betrachtungszeitraum an, unerheblich, an welchem Datum die Leistung erbracht wurde.

Um nun die Entwicklung der Praxis darzustellen, benötigt man auch die BWA vergangener Zeiträume. Für die Analyse des Zeitraums Januar bis September 2018 sollte der jeweils gleiche Zeitraum der Jahre 2016 und 2017 gegenübergestellt werden.

Zunächst gilt das Interesse üblicherweise der absoluten Entwicklung der Erträge und Aufwendungen. Natürlich ist es wichtig zu erkennen, in welchen Bereichen und in welcher Höhe sich die Kosten oder Erlöse entwickelt haben. Ebenso wichtig ist es jedoch auch, die Relation der entsprechenden Position zum Gesamtergebnis zu analysieren.

Beispiel Personalkosten:

Unsere Musterpraxis hat sich im laufenden Jahr gut entwickelt. Sowohl die Einnahmen als auch das Praxisergebnis nach Abzug aller Kosten sind gestiegen.

Lenken wir die Aufmerksamkeit jedoch auf die Kostenentwicklung, so erkennen wir, dass die Personalkosten sowohl absolut als auch in Relation zu den Einnahmen gestiegen sind. Im vergangenen Jahr war die Personalkostenkennzahl bei 31,14 Prozent, heute liegt sie bei 37,78 Prozent. Ein plausibles dahinterstehendes Szenario könnte beispielsweise die Anstellung eines Zahnarztes sein, welche sich in der Umsatzentwicklung bereits positiv bemerkbar gemacht hat. Allerdings müssten die Umsätze zukünftig weiterhin steigen, um die Relation der Personalkosten zu den Praxiseinnahmen (abzüglich Fremdlabor!) wieder auf das vorherige Niveau zu senken.

Ein Blick auf den Praxis- und Laborbedarf zeigt in unserem Musterbeispiel, dass dieser zwar gestiegen ist, jedoch unterproportional, da sich die Kennzahl von 7,01 auf 6,40 Prozent verbessert hat.

Mit der nachstehenden Formel ist es möglich, die Kennzahlen der einzelnen Kosten individuell zu ermitteln:

Kosten des jeweiligen Bereiches (zum Beispiel Personalkosten) × 100 :

Gesamtumsatz — Fremdlaborkosten.

Die sich daraus ergebende Kennzahl gibt in Prozent an, wie hoch der Anteil dieser Kostenkategorie in Relation zu den Umsätzen ist. Vereinfacht gesagt: Wie viel Cent je Euro Umsatz in den jeweiligen Kostenbereich fließen.

Der Vergleich von Kennzahlen, berechnet am Umsatz, zeigt für verschiedene Zeitabschnitte auf, in welcher Relation zur Umsatzentwicklung der betrachtete Kostenbereich steht.

Unser Tipp: Die Software control-doc wurde speziell für Zahnärzte und Kieferorthopäden entwickelt, um Buchhaltungsdaten des Steuerbüros einfach analysierbar und transparent aufzubereiten.

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Authors and Affiliations

  • Barbara Mertens
    • 1
  1. 1.

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