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Der Freie Zahnarzt

, Volume 62, Issue 7–8, pp 62–62 | Cite as

S — Standortbezogene Gestaltung der Buchhaltung

  • Barbara Mertens
PRAXISMANAGEMENT
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Buchhaltungs-ABC. Wenn sich die Praxis vergrößert und es mehrere Standorte gibt, muss auch die Buchhaltung angepasst werden, um nicht an Aussagekraft zu verlieren.

Buchhaltung dient optimalerweise nicht nur der Erstellung der Besteuerungsgrundlage. Eigentlich wäre es schade, wenn man den hohen Zeit- und Dokumentationsaufwand für die Vorbereitung und Erstellung der Buchhaltung nicht auch für eine interne betriebswirtschaftliche Analyse (Controlling) nutzen würde.

Die Kontenpläne sind standardisiert und zum Zweck der Übersichtlichkeit bereits in Kontenklassen eingeteilt. Aber es liegt auf der Hand, dass bei Erweiterung einer Praxis auch der Kontenplan einer Erweiterung bedarf, um differenzierte Auswertungen zu ermöglichen.

INDIVIDUELLE KONTENPLANANPASSUNG IST EMPFEHLENSWERT

So weit wie möglich und sinnvoll sollten standortbezogene Kontenbezeichnungen verwendet werden. Aus dem Konto Miete sollte also zukünftig das Konto „Miete Standort X“ werden, und für alle weiteren Standorte sollte jeweils ein weiteres Mietkonto mit ebenfalls individueller Bezeichnung angelegt werden.

Dies gilt für alle Bereiche, bei denen eine klare Zuordnung möglich ist. Abhängig ist das unter anderem von der Praxisstruktur und den etablierten Prozessen. Erfolgt beispielsweise die Materialbestellung von einer zentralen Stelle aus, so ist es hilfreich, die Bestellungen pro Standort zu erfassen. Damit ist später eine einfache Zuordnung der Kosten auf den jeweiligen Praxisteil machbar.

Selbstverständlich sollte auch bei der Buchung der Anlagegüter so verfahren werden. „Praxisausstattung Standort X“ und „Praxisausstattung Standort Y“ machen Sinn, sofern diese Anschaffungen auch ortsfest verbleiben.

ES GIBT KEINEN „KONTENPLAN FÜR ALLE“

Ob die Verbuchung von Personalkosten standortdifferenziert Sinn macht, hängt ebenfalls von der Praxis ab. Werden Mitarbeiter ausnahmslos an einem Standort eingesetzt, kann die differenzierte Erfassung erfolgen. Bei Wechseltätigkeit kann die Zuordnung der Personalkosten in einer Profitcenterrechnung erfasst werden, die den Erfolg der einzelnen Standorte darstellt.

Eine Ausnahme bilden die Erlöskonten. Hier empfiehlt sich nach wie vor eine einfache Erfassung nach Mittelherkunft, also zum Beispiel Patientenerlöse, Erlöse KZV, Erlöse Abrechnungsgesellschaft, Erlöse mit sieben Prozent Umsatzsteuer, sonstige Erlöse und weitere. An welchem Standort die Leistungen erbracht wurden, kann bei entsprechender Erfassung in der Praxisverwaltungssoftware aus den Leistungsstatistiken entnommen werden. Dafür ist es unerlässlich, die Leistungen pro Erbringer und Standort zu erfassen.

Unser Tipp: Bei Erweiterung der Praxis sollte das Thema Kontenplangestaltung und individualisierte Erfassung mit dem Steuerberater besprochen werden.

Der FVDZ unterstützt

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  • Das in den Artikeln dargestellte Buchhaltungskonzept basiert auf der zahnarztspezifischen Buchhaltungssoftware fibu-doc und wird vom FVDZ unterstutzt.

Barbara Mertens

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Authors and Affiliations

  • Barbara Mertens
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  1. 1.

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