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Das Patientenrechtegesetz 2013

Konzept, Inhalt, Bewährung
  • Dieter HartEmail author
Fokus
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Zusammenfassung

Das Patientenrechtegesetz (PatRG) von 2013 bezweckt eine Steigerung von Transparenz und Rechtssicherheit bei Patientenrechten. Es hat zwei Schwerpunkte: die Regelung eines neuen Vertragstypus im BGB, den Behandlungsvertrag (II.1) und Regelungen zur Patientensicherheit (II.2).

Die Regelungen zum Behandlungsvertrag (§§ 630a–h BGB) entsprechen der bisherigen Rechtsprechung. Ihre wichtigsten Inhalte werden zusammengefasst dargestellt. Es geht um die Qualität und Sicherheit der Behandlung, Aufklärungs- und Informationspflichten sowie um Beweisregeln im Arzthaftungsrecht.

Die Regelungen zur Patientensicherheit beziehen sich insbesondere auf die Normierung eines Beschwerde- und eines Risikomanagements im Krankenhaus. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in mehreren Richtlinien und Beschlüssen zur Qualitätssicherung den Gesetzesauftrag umgesetzt und detailliert.

Unter IV. werden drei ausgewählte Beispiele dargestellt, die sich auf beide Bereiche und mit Relevanz für die Onkologie dargestellt. Es geht dort insbesondere um Grundsätze der guten Organisation von Behandlungen im Bereich der Arzneimitteltherapie.

Die Inhalte von zwei empirischen Untersuchungen zu den Wirkungen des PatRG in der Ärzteschaft und bei Patienten werden knapp dargestellt (III.). Die Ärzteschaft kennt danach weniger das PatRG, aber die Patientenrechte eher gut; sie befürchtet eine Ausweitung rechtlicher Kontrollen und glaubt nicht, dass das PatRG zu mehr Transparenz und Rechtssicherheit für Ärzte führt. Patienten suchen nicht gezielt nach Inhalten des PatRG, fühlen sich aber durch die Ärzteschaft und die Krankenkassen nicht ausreichend über die Behandlung und die Unterstützungsmöglichkeiten bei vermuteten Behandlungsfehlern informiert.

Schlüsselwörter

Patientenrechte Patientensicherheit Behandlungsvertrag Risikomanagement Empirie: Wirkungen des PatRG 

The Patients’ Rights Act of 2013

Concept, content, effects

Abstract

The objective of the Patients’ Rights Act of 2013 is an increase of transparency and legal certainty with regard to patient rights. It is focussed on two areas: the regulation of a new type of contract by the German Civil Code (BGB), the treatment contract (II.1), and regulations on patient safety (II.2).

The provisions on the treatment contract (§§ 630a–h BGB) correspond to existing case law. The main contents are summarized. The provisions relate to the quality and safety of treatment, obligations to provide information and rules of evidence in medical malpractice law.

The provisions on patient safety relate primarily to the regulation of complaint and risk management in hospitals. The Federal Joint Committee (G-BA) has implemented and specified these provisions with several directives and resolutions.

Section IV. presents three selected examples which relate to both areas with relevance for oncology and refers, in particular, to the principles of good organization of treatment in the field of pharmaceutical therapy.

The findings of two empirical studies on the effects of the Patients’ Rights Act with respect to physicians and patients are summarized (III.). Physicians are not well-informed about the Patients’ Rights Act, but well-informed about patient rights, they fear an increase of regulatory controls and do not believe that the Patients’ Rights Act will lead to more transparency and legal certainty for physicians. Patients do not specifically look for the contents of the Patients’ Rights Act; however, they feel that physicians and health insurances do not provide sufficient information about treatment and possible support in cases of suspected medical malpractice.

Keywords

Patient’ rights Patient safety Treatment contract Risk management Effects on the Patients’ Rights Act 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

D. Hart gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Für diesen Beitrag wurden vom Autor keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Informations-, Gesundheits- und Medizinrecht (IGMR)Universität BremenBremenDeutschland

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