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Controlling & Management Review

, Volume 61, Issue 8, pp 57–57 | Cite as

In Kürze

Controller & Manager
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Ein Zerwürfnis mit dem CEO kostet Finanzchefs die Karriere

Eine gute Zusammenarbeit ist nicht nur ein Wegbereiter für die weitere Karriere. Finanzchefs, die mit dem CEO nicht gut auskommen, sind schnell die längste Zeit CFO gewesen. Dies lässt sich aus einer Umfrage der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry unter 321 Finanzchefs schließen. Danach gaben 41 Prozent der Befragten an, dass ein Zerwürfnis mit dem CEO oder dem Vorstand der Hauptgrund für eine Abberufung als CFO sei. Mehr als die Hälfte der befragten CFOs würden bei einem Zerwürfnis freiwillig gehen.

Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist das Idealbild, das gerne gezeichnet wird. Doch fachliche oder auch persönliche Differenzen scheinen das bei diesen Führungspositionen in manchen Fällen nahezu unmöglich zu machen. Dabei hat der CFO prinzipiell gute Karten für einen Aufstieg. Durch regelmäßige Meetings und den engen Austausch mit dem CEO ist der Finanzchef bereits in viele Prozesse direkt mit eingebunden. Das macht ihn zu einem starken Anwärter, wenn ein CEO das Unternehmen verlässt. Für die Studie „Route to the Top“ der Beratungsgesellschaft Heidrick & Struggles wurden die Lebensläufe der CEOs von 400 der größten Unternehmen in Deutschland, den USA, Großbritannien und Frankreich ausgewertet. Im Ergebnis zeigt sich, dass viele CEOs intern rekrutiert werden. 67 Prozent der deutschen Unternehmen haben einen Mitarbeiter zum CEO ernannt, und immerhin 26 Prozent waren zuvor als Finanzchef tätig. Im Schnitt waren die CEOs bereits 14 Jahre für das Unternehmen tätig, bevor ihnen dieser Karrieresprung gelang. Doch nicht jeder CFO möchte diesen Karriereweg gehen. Nur 23 Prozent der von Korn Ferry befragten Finanzchefs streben den Posten des CEOs an.

Sylvia Meier, Vera Treitschke

Manager ohne Skrupel?

Das Ansehen deutscher Manager hat durch den VW-Skandal bereits stark gelitten. Nun kommt eine Studie zu Ethik und Compliance im Unternehmensalltag zu dem Schluss, dass rund ein Viertel von ihnen für den eigenen Vorteil täuschen, tricksen und lügen würde. Das Problem: Compliance Management kann so nicht gelingen. Wie die Befragung von Ernst & Young ermittelt hat, bewerten in Deutschland nur 23 Prozent der Manager die eigenen Ethikstandards als sehr hoch. Und nur 22 Prozent sehen eine Verbesserung der Ethikstandards des eigenen Unternehmens in den vergangenen zwei Jahren. Stark gestiegen ist vor allem die Wahrnehmung von Korruption. Mehr als zwei von fünf befragten Manager in Deutschland (43 Prozent) sind der Ansicht, dass Bestechung beziehungsweise korrupte Methoden hierzulande weitverbreitet sind.

Besonders alarmierend ist, dass gut jeder zweite befragte Manager in Deutschland (52 Prozent) im eigenen Unternehmen bereits unethische Verhaltensweisen beobachtet hat. Vor allem die Schönung von Finanzergebnissen ist aus Sicht der deutschen Manager weitverbreitet. Zwei von fünf Befragten (42 Prozent) gehen davon aus, dass Unternehmen hierzulande ihre Finanzergebnisse oftmals deutlich besser darstellen, als sie tatsächlich sind.

Die Bereitschaft, unethisches Verhalten zum eigenen Vorteil einzusetzen, gilt für viele im Management Beschäftigte nicht nur innerhalb der Unternehmensmauern als salonfähig: Jeder zehnte deutsche Manager ist prinzipiell bereit, zur Beschleunigung seiner Karriere oder einem anderweitigen Vorteil zuliebe auch Regulierungsbehörden zu täuschen, und ebenso viele würden unethisches Verhalten bei Kunden, Lieferanten oder Dritten einfach ignorieren.

Gabi Böttcher, Vera Treitschke

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