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Controlling & Management Review

, Volume 61, Issue 6, pp 47–47 | Cite as

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Accounting & Reporting
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Crowdfunding als Finanzierungsinstrument

Der Crowdfunding-Markt in Deutschland wächst stetig und der Bekanntheitsgrad nimmt zu. 86 Prozent der 18- bis 29- Jährigen haben bereits von Crowdfunding gehört. Das geht aus dem „Crowdfunding Barometer 2017“ hervor, für das von crowdfunding.de 1.000 Personen befragt wurden. Immerhin mehr als jeder fünfte Befragte in dieser Altersgruppe hat sich bereits finanziell bei einem entsprechenden Projekt engagiert. Über alle Altersgruppen hinweg haben sich insgesamt 11,7 Prozent der Umfrageteilnehmer finanziell bei einem Crowdfunding-Projekt beteiligt. Allein in dem Zeitraum von Januar bis Mai 2017 wurden der Untersuchung zufolge insgesamt 60,4 Millionen Euro in 82 Projekte investiert. Das entspricht einem Plus von 261 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 8,9 Millionen Euro flossen beispielsweise im Monat Mai 2017 in Projekte im Anlagesegment „Unternehmen“ (plus 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Ein Großteil der Gelder im Mai 2017 floss mit rund 48 Millionen Euro in Immobilien, also 493 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Experten befürchteten, dass Crowd-Finanzierungen von Immobilien durch Neuregelungen im Kleinanlegerschutzgesetz bedroht seien. Jamal El Mallouki, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Crowdfunding und Geschäftsführer von Crowddesk, forderte bei der Anhörung zum Kleinanlegerschutzgesetz am 26. April 2017 vor der Bundesregierung, dass zur Stärkung des Finanzierungswegs bestehende Beschränkungen für Crowdfunding gelockert und Ausnahmen auch auf andere Bereiche angewandt werden. Wie das „Handelsblatt“ vom 29. Mai 2017 berichtete, sollen Crowdinvestments in Immobilien weiterhin ohne Prospektpflicht möglich sein.

Sylvia Meier

Unternehmen wünschen sich eine unbesicherte Betriebsmittelfinanzierung

Das Thema Kreditsicherheit ist bei vielen Unternehmen unbeliebt. Zu diesem Ergebnis kommt der „Finanzierungsmonitor 2017“ des Fintech-Unternehmens Creditshelf, für den mehr als 100 Finanzentscheider mittelständischer Unternehmen befragt wurden.

69 Prozent der Mittelständler würden gerne mehr unbesicherte Kredite aufnehmen. 86 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben jedoch an, dass ihre Hausbank auf Sicherheiten bei der Vergabe eines Kredits besteht. Jedes zweite Unternehmen würde auch zusätzliche Kosten in Kauf nehmen, wenn die Sicherheiten dafür wegfallen.

Drei von vier Finanzentscheidern fürchten, dass unbesicherte Kredite unter dem Strich für sie zu teuer wären. Diese Sorge ist laut Creditshelf-Gründer Bartsch jedoch unbegründet: „Gibt ein Fintech einen dinglich unbesicherten Kredit aus, arbeitet es schnell, unkompliziert und kostengünstig. Durch Ausschaltung der teuren Kostenstrukturen einer Bank wird der Kredit für das Unternehmen deutlich günstiger als bei einer Bank — und zwar unabhängig vom allgemeinen Zinsniveau.“

Der Finanzierungsmonitor verdeutlicht:
  • 50 Prozent der befragten Unternehmen unterlegen ein Drittel der Betriebsmittelkredite mit Sicherheiten,

  • 43 Prozent der Unternehmen sogar bis zu zwei Drittel und

  • sieben Prozent mehr als zwei Drittel.

Mit Blick auf die häufigste Finanzierungsquelle, die Darlehensvergabe über Banken, bemerkt Professor Dr. Dirk Schiereck von der Technischen Universität Darmstadt, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat: „Der Knackpunkt sind die von den Kreditinstituten geforderten, dinglichen Sicherheiten in Form von Gebäuden, Anlagen oder Grundstücken.“

Sylvia Meier, Eva-Susanne Krah

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