Advertisement

Controlling & Management Review

, Volume 61, Issue 5, pp 82–82 | Cite as

In Kürze

Information & Technologie
  • 596 Downloads

Big Data rüttelt an Grundfesten

Big Data ist unter anderem der Grundstein für künstliche Intelligenz (KI), die in alle Bereiche unseres Lebens Einzug halten und die Wirtschaft revolutionieren wird. Unternehmen sollten schnell handeln und auf den frühen KI-Zug aufspringen, rät beispielsweise der Digitaldienstleister und Berater Avanade in seinem Report „Avanade Technology Vision 2017“. Die Welt richte sich auf eine neue Dekade der Veränderung aus, die Beweise dafür seien überall und klar anzutreffen. Doch zur Ausrichtung auf die „Artificial-Intelligence-first-Ära (AI-first) müssen Unternehmen sich zunächst mit Big Data und deren Handhabung beschäftigen. Die Komplexität der Big-Data-Projekte setzt auch einen Kulturwandel in den Unternehmen voraus. Ohne einen Kulturwandel und mit einer hohen Return-on-Investment-Erwartung werden Big-Data-Projekte nicht den erwarteten Erfolg bringen“, prophezeien Andreas Gadatsch und Holm Landrock in ihrem Buch „Big Data für Entscheider“ und nennen fünf grundlegende Erfolgsfaktoren, um Big Data effektiv einsetzen zu können:
  1. 1.

    Umdenken, denn Big Data lässt sich nicht als Return-on- Investment über einen bestimmten Zeitraum darstellen.

     
  2. 2.

    Verstärkte Investitionen in neue Berufe sowie in den Business-Intelligence-Bereich sind erforderlich, um die Informationen in großen Datenmengen zu untersuchen.

     
  3. 3.

    Keimzellen sind zu schaffen, in denen Big-Data-Ideen zu Big-Data-Szenarien werden.

     
  4. 4.

    Eine Leitungsentscheidung ist darüber notwendig, ob die Fachabteilung oder die IT-Abteilung für die Erhebung von Daten und den Aufbau von Big-Data-Szenarien zuständig ist beziehungsweise ob hier eine Stabsfunktion für das Unternehmen hilfreich ist.

     
  5. 5.

    Neue Algorithmen sind zu finden statt eines Scale-outs vorhandener Lösungen.

     

Sven Eisenkrämer

Daten-Messies kosten Milliarden

Fast drei Viertel der deutschen IT-Führungskräfte und gut die Hälfte der Büroarbeiter bezeichnen sich selbst als Daten- Messies. Das zeigt die Datahoarder-Studie des Informations- Management-Anbieters Veritas Technologies, die das Verhalten von IT-Chefs und Mitarbeitern in Büros beim Speichern von Daten untersucht. Für diese Studie wurden von Wakefield Research 10.000 Führungskräfte und Büroarbeiter aus 13 Ländern befragt. Weltweit geben 72,5 Prozent der Befragten zu, Daten auf Firmenrechnern, -servern oder in der Unternehmens-Cloud abzulegen, die ihnen oder ihrem Unternehmen schaden könnten. Dazu zählen beispielsweise Bewerbungen an andere Unternehmen, unverschlüsselte Geschäftsgeheimnisse oder peinliche Korrespondenz mit Kollegen. Das unsystematische und inflationäre Speichern von Daten kostet Unternehmen weltweit jedes Jahr Milliarden. Denn jeder Daten-Messie verschwendet durch den genutzten Speicherplatz Ressourcen. Neben den reinen Kosten, die für jedes Byte an Speicher anfallen, sind es beispielsweise der Energieaufwand für die Stromversorgung oder die negative Beeinflussung des Workflows (wie durch schlecht wiederzufindende Dateien), die Geld kosten. Der Marktforscher Vanson Bourne hat errechnet, dass bis zum Jahr 2020 im EMEA- Gebiet (Europa, Nahost und Afrika) mehr als 784 Milliarden Euro durch unsortierte Daten verschwendet werden. In einem ergänzenden Bericht, dem „Global Databerg Report“, werden die gesammelten Daten von Veritas/Vanson Bourne genauer untersucht. Nur 15 Prozent der auf Servern und Rechnern deutscher Unternehmen gespeicherten Dateien zählen zu unternehmenskritischen Daten, die von den IT-Entscheidern für den weiteren Betriebserfolg als wichtig eingestuft werden. Weitere 19 Prozent der Daten sind mehrfach vorhanden oder veraltet und bieten keinen geschäftlichen Nutzen mehr oder sind trivial und haben grundsätzlich wenig oder keinen Nutzen für das Unternehmen — wie private Daten von Mitarbeitern. 66 Prozent deutscher Unternehmensdaten sind jedoch Dark Data, also Daten, deren Nutzwert nicht einmal bekannt ist.

Sven Eisenkrämer

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Personalised recommendations