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Controlling & Management Review

, Volume 61, Issue 4, pp 82–82 | Cite as

In Kürze

Information & Technologie
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Aktuelle Entwicklungen im Controlling

ACMAR, 9. bis 10. März 2017, Vallendar

Die Annual Conference for Management Accounting Research (ACMAR) an der WHU — Otto Beisheim School of Management hat einen festen Platz auf der Liste der Tagungen, auf denen sich die internationale akademische Controlling-Community trifft. Wie in vielen Praktiker-Veranstaltungen war auch hier „Digitalisierung“ eines der großen Themen, die die 150 Teilnehmer der Konferenz beschäftigten.

Professor Utz Schäffer, gemeinsam mit Professor Jürgen Weber Gastgeber der Veranstaltung, betonte die Dringlichkeit des Themas auch für die Wissenschafts-Community. In drei Keynotes, mehreren parallel laufenden Vorträgen, Diskussionen „am runden Tisch“ und im Rahmen eines Doktorandenseminars tauschte man sich über die aktuellen Entwicklungen im Controlling und den Stand der Controlling-Forschung aus.

Über die digitale Transformation bei SAP und die Konsequenzen, die diese insbesondere für die Controlling-Funktion in seinem Unternehmen hat, berichtete Christian Klein, Chief Controlling Officer und Chief Operating Officer von SAP. „Früher suchte ich Excel-Cracks, heute suche ich Data-Scientists. Sie müssen aus ‚Big Data’ ‚Big Insights’ machen“, brachte Klein die neuen Anforderungen an Controller auf den Punkt, machte jedocht auch deutlich: Maschinen werden im Controlling auf lange Sicht nur Standardaufgaben wie das Reporting übernehmen. Das wichtige Feld der Analysen wird hingegen auch in Zukunft menschengetrieben sein.

© Michael Jordan

„Im Umgang mit Big Data ist auch Vorsicht geboten“, so Professor Paolo Quattrone.

Paolo Quattrone, Professor an der University of Edinburgh, forderte einen kritischen Umgang mit der heute verfügbaren Flut an Daten. Historisch hatte das Rechnungswesen die Funktion, mithilfe von Zahlen eine möglichst objektive Kommunikation über Probleme zu ermöglichen. Die persönliche Einschätzung der Entscheidungsträger war allerdings stets bestimmend. Die zunehmenden technologischen Möglichkeiten schränken den Raum für die individuelle Bewertung von Zahlen immer mehr ein — was durchaus auch Gefahren birgt. Quattrone demonstrierte, wie leicht hohe Transparenz den Blick auf die Wirklichkeit verzerren kann, wie durch zufällige Korrelationen der Eindruck von Zusammenhängen entstehen kann, die es gar nicht gibt, oder wie Fakten als Risiko interpretiert werden, nur weil die Systeme sie nicht einordnen können. Ob die Unternehmenssteuerung durch die zunehmende Digitalisierung an Weisheit gewinne, könne also nicht mit Sicherheit positiv beantwortet werden, so Quattrone.

Professor Frank Moers von der Maastricht University beschäftigte sich mit dem Prozess der Zielsetzung im Controlling, dem sogenannten Target-Setting. Die Ergebnisse seiner in den USA und Europa durchgeführten empirischen Studie lassen eine große Vielfalt von Zielsetzungsprozessen in den Unternehmen erkennen — und damit auch bei der Incentivierung von Mitarbeitern und Führungskräften. Die Zielsetzung sei dann effektiver, wenn kurzfristige Anreize eng auf die strategische Zielsetzung abgestimmt sind. Entscheidend sei auch, ob die Zielsetzungsprozesse transparent oder vertraulich sind. Denn dies beeinflusse die Motivation der Mitarbeiter, ihre Fairness und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Je besser die Wirkung von Zielsetzungsprozessen verstanden wird, umso effektiver können sie auch in der Praxis eingesetzt werden.

Die nächste Annual Conference for Management Accounting Research (ACMAR) wird am 8. und 9. März 2018 in Vallendar stattfinden.

Bernadette Wagener

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