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Controlling & Management Review

, Volume 61, Issue 1, pp 43–43 | Cite as

In Kürze

  • Madeleine Feder
Accounting & Reporting
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CFOs müssen lernen, die richtigen Fragen zu stellen!

NextGenerationCFO.2016, 29. November 2016, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf

Unter dem Konferenz-Motto „CFO 4.0: Accounting goes digital“ trafen sich 14 Experten aus Rechnungswesen und Controlling mit Studierenden und Praktikern auf dem Campus der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität. Gemeinsam diskutierten sie über Aufgaben und Herausforderungen für die CFO-Arbeit in Zeiten der digitalen Transformation. Denn wenn schon die Produkte „smart“ werden, ergeben sich ganz neue strategische wie operative Herausforderungen für den CFO.

Den Auftakt machte Konferenz-Schirmherr und Thyssenkrupp-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner. Er sieht als zentralen Erfolgsfaktor in der digitalen Transformation nicht die Technik, sondern vielmehr den Menschen und fordert: „Wenn Digitalisierungsideen am Arbeitsplatz entstehen sollen, dann müssen die Mitarbeiter auch ‚digital‘ denken lernen.“ Was das heißen kann, verdeutlichte anschließend Henkel-CFO Carsten Knobel mit Professor Barbara E. Weißenberger: Erst müssten Arbeitsprozesse standardisiert und vereinfacht werden, bevor die Digitalisierungspotenziale durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz gehoben werden könnten.

Im Anschluss wurde in zwei Workshops diskutiert, wie CFOs in der digitalen Welt richtig steuern und erfolgreich mit außenstehenden Stakeholdern kommunizieren können. Spannende Life-Beispiele, wie das Self Service Reporting in einem Digital Boardroom, zeigten den Konferenzteilnehmern nicht nur Perspektiven, sondern auch deren Grenzen der digitalen Transformation für die CFO-Arbeit. Die Frage, ob letztlich der Chief Information Officer (CIO) mit seinen Data Scientists den CFO überholt, wurde jedoch einhellig von allen Referenten verneint. Denn gerade wenn künstliche Intelligenz die Analysen übernimmt, kommt es immer mehr darauf an, die Ergebnisse mit hinreichender Intuition und emotionalem Gespür zu interpretieren. So formulierte Professor Erik Strauß von der Universität Witten-Herdecke plakativ: „Aus der Suche nach den richtigen Lösungen wird zukünftig die Suche nach dem richtigen Problem.“

CFOs unplugged (von links: U. David, T. M. Fischer, M. Müllenbach, E. Kienle und B. E. Weißenberger

Foto: © Robin-M. Aust

Den fachlichen Abschluss der Konferenz bildete das Panel „CFOs unplugged zur CFO-Arbeit 2020“ mit Professor Barbara E. Weißenberger. Eva Kienle, CFO von KWS Saat SE, warnte, dass der CFO zum Opfer einer „digitalen Demenz“ im Finanzbereich werde: Denn wie solle der CFO in einer Welt, in der Analyse und Reporting durch künstliche Intelligenz übernommen werde, lernen, die richtigen Fragen überhaupt zu stellen? Das unterstrich auch Dr. Ulrich David, CFO von CWS-boco. Er forderte einen fundamentalen Kulturwandel in der CFO-Arbeit: Sei sie früher vor allem strukturiert und planbar gewesen, müsse man heute agiler handeln. Und Karstadt-CFO Miguel Müllenbach gab den Teilnehmern auf den Weg: „Wenn Du glaubst, Du hättest alle Prozesse unter Kontrolle, bist Du zu langsam.“

Parallel zur Konferenz konnten sich die Teilnehmer erneut an vielen Firmenständen über Berufschancen in Rechnungswesen, Controlling und Wirtschaftsprüfung informieren. Organisiert wurde die Konferenz als Gemeinschaftsprojekt der studentischen Unternehmensberatung Heinrich Heine Consulting und des Lehrstuhls für Accounting an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Auch für 2017 ist eine Konferenz geplant.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  • Madeleine Feder
    • 1
  1. 1.Deutschland

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