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Controlling & Management Review

, Volume 59, Issue 6, pp 3–3 | Cite as

Enger Verbund erforderlich

  • Utz Schäffer
  • Jürgen Weber
Editorial
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Liebe Leserinnen und Leser,

das Controlling hat unter anderem die Aufgabe, die unterschiedlichen Aktivitäten im Unternehmen auf die Ziele hin zu koordinieren. Controller sind fast die Einzigen im Unternehmen, die noch den hierfür erforderlichen Gesamtüberblick besitzen. Dieser ist immer schwerer zu erreichen, denn zum einen sind dafür umfassende Geschäftskenntnisse erforderlich, und zum anderen bedarf es einer intensiven Kommunikation, um Bereichsgrenzen zu überwinden. Dies betrifft nicht nur die unterschiedlichen Stationen der betrieblichen Wertschöpfung, sondern auch unterstützende Bereiche. Hierzu zählt auch die IT. Sie spielt für das Controlling in zweierlei Hinsicht eine zentrale Rolle.

Auf der einen Seite reklamiert die IT für sich schon seit Jahren eine essenzielle strategische Bedeutung. Ohne Zweifel ist die Wirtschaft ohne IT heute nicht mehr vorstellbar. Manche Geschäftsmodelle wie etwa in der Internet-Wirtschaft basieren gänzlich darauf. Dennoch besteht vonseiten des Top Managements oftmals ein Unbehagen. IT-Projekte lassen sich schlecht steuern und laufen häufig aus dem Ruder. Schon der Erhalt der operativen Leistungsfähigkeit verschlingt sehr viel Geld und bindet einen erheblichen Teil des IT-Budgets. Die IT scheint so speziell zu sein, dass manche Unternehmen ihr Investitions-Controlling in IT-Investitionen und sonstige Investitionen getrennt haben. Hier besteht offensichtlich Handlungsbedarf. Die IT braucht das Controlling, um die reklamierte strategische Bedeutung rechenbar und damit nachweisbar zu machen. Das Controlling muss dafür intime Kenntnisse der IT-Besonderheiten aufbauen, um den Bereich adäquat in das Gesamtbudget einpassen zu können, zu vermeiden, dass strategische Chancen wegen ihrer schlechten Rechenbarkeit vertan werden oder umgekehrt Geld wegen vager strategischer Argumente aus dem Fenster geworfen wird.

Auf der anderen Seite ist das Controlling stark auf die IT angewiesen. IT-Systeme sind neben den Controllern die zweite zentrale Ressource des Controllings. Wie bereits häufiger in der Controlling & Management Review berichtet, findet gerade eine zentrale Umwälzung statt, für die Begriffe wie Mobilität, Self Service, Echtzeitverarbeitung und Big Data stehen. Sie alle führen dazu, dass die Controller ihre Transparenzfunktion viel schneller und umfassender wahrnehmen können. Gleichzeitig brechen die Entwicklungen aber auch ihr Informationsmonopol, weil das Management jetzt selbst schnell, komfortabel und ortsungebunden auf Informationen zugreifen kann. Welche Auswirkungen auf die Aufgaben der Controller und auf ihre Zusammenarbeit mit dem Management daraus resultieren könnten, ist derzeit nur in Umrissen erkennbar. Klar ist nur: Das Controlling muss hier einen engen Schulterschluss mit der IT suchen, denn nur so kann es auf die Entwicklung hinreichend Einfluss nehmen. Hierfür ist eine enge Kommunikation zwischen den beiden Bereichen erforderlich. Diese liegt also ganz im Eigeninteresse des Controllings!

Viel Spaß bei der Lektüre wünschen Ihnen

Utz Schäffer

Jürgen Weber

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  • Utz Schäffer
    • 1
  • Jürgen Weber
    • 1
  1. 1.Deutschland

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