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Sozial Extra

, Volume 43, Issue 3, pp 197–201 | Cite as

Sind freiheitsentziehende Maßnahmen ein „Angebot“?

Zur Kritik der „Geschlossenen Unterbringung“ als sozialpädagogisch begründete „pädagogisch-therapeutische Intensivmaßnahme“
  • Manfred KappelerEmail author
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Die Frage, wie Kinder und Jugendliche in pädagogischen Einrichtungen von Anvertrauten zu Ausgelieferten werden und wie sie, besonders in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, vor dem Ausgeliefert-Sein geschützt werden können und sich selber davor schützen können, hat nach wie vor eine große Bedeutung. Das Ausgeliefert-Werden und Ausgeliefert-Sein ist ein komplexes Geschehen, in dem drei Faktoren besonders wirkmächtig sind: Der Verlust der persönlichen Freiheit durch das Ein-und-Abgeschlossen-Werden, die Erfahrung von psychischer und physischer Gewalt und das Fehlen von sanktionsfreien Möglichkeiten, nach Innen und Außen über Unrechts- und Gewalterfahrungen zu berichten, um Unterstützung und Hilfe zu bekommen.

Seit nunmehr 18 Jahren wird in der Kinder- und Jugendhilfe wieder über „Freiheitsentziehende Maßnahmen“ (FEM) und „Geschlossene Unterbringung“ (GU) diskutiert und gestritten. Ich wundere mich zunehmend darüber, wie getrennt voneinander die durch die Initiative ehemaliger...

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Authors and Affiliations

  1. 1.BerlinDeutschland

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