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Sozial Extra

, Volume 43, Issue 3, pp 168–171 | Cite as

Abschied von der Solidarität

AfD: Sozialpopulismus ist keine Sozialpolitik
  • Christoph ButterweggeEmail author
Durchblick: "Sie verlassen den sozialen Sektor"
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Während für die AfD „Massenmigration“ und „Flüchtlingsströme“ auch im Parlamentsalltag ein Schlüsselthema bilden, mit dem sie alle übrigen Themenkomplexe in Verbindung zu bringen sucht, behandelt die Partei soziale Fragen und Problemlagen wie die wachsende Armut eher stiefmütterlich. Armutsbekämpfung ist kein Herzensanliegen der AfD und/oder ihrer Abgeordneten. Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, dass die Beschäftigung damit nur eine Pflichtaufgabe für die Partei und für ihre Parlamentsfraktionen darstellt, geboren aus der Notwendigkeit, sich der Ängste und Sorgen bestimmter Wählerschichten anzunehmen.

Durch publikumswirksame Anträge, Anfragen und Reden zu dem besagten Politikfeld entscheidet sich mit, ob Bevölkerungsgruppen, die sozial benachteiligt sind oder das Gefühl haben, es zu sein bzw. in absehbarer Zeit werden zu können, bei Wahlen für die AfD votieren (vgl. Butterwegge et al. 2018, S. 64 ff.).

Rechtspopulisten als Retter des Sozialstaats?

Nach wie vor zerfällt die AfD in...

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Authors and Affiliations

  1. 1.KölnDeutschland

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