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Zwischen Evidenz und Realität in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie

  • Michael HacklEmail author
Einführung zum Thema

Between evidence and reality in shoulder and elbow surgery

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Evidenz spielt in der orthopädisch-traumatologischen Chirurgie eine zunehmende Bedeutung – nicht nur, um unseren Patienten die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen, sondern auch um unser klinisches Handeln nachvollziehbar zu gestalten. Aktuell besteht jedoch für viele Pathologien des Schulter- und Ellenbogengelenks eine Kluft zwischen Versorgungsrealität und verfügbarer Datenlage. Insbesondere die Abgrenzung konservativer von operativen Behandlungsindikationen ist häufig wenig konkret und bedarf daher methodisch hochwertiger Studien, um das therapeutische Vorgehen zu präzisieren.

Die Deutsche Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE e. V.) arbeitet nicht zuletzt im Rahmen ihrer Kommissionen stetig am wissenschaftlichen Fortschritt in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie, um so eine Brücke zu schlagen zwischen der evidenzbasierten Theorie und der klinischen Praxis. Dabei ist es unser aller Aufgabe, einen aktiven Beitrag zu leisten, um die Patientenversorgung weiter zu verbessern und im Angesicht aufkommender Diskussionen eine Rechtfertigung und Begründung unseres praktischen Vorgehens liefern zu können.

Dieses Themenheft beschäftigt sich eingehend mit der aktuellen Evidenzlage in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie mit dem Ziel, einerseits die verfügbare Literatur in Einklang mit der Praxis zu bringen und andererseits Lücken aufzuzeigen, um so Denkanstöße für künftige Studien zu liefern.

Frank Martetschläger und Mark Tauber geben zunächst eine Übersicht zur Evidenzlage bei akuten Schultereckgelenkverletzungen unter Berücksichtigung der konservativen Behandlung und der arthroskopisch gestützten sowie offenen Therapie. Warnhoff et al. nehmen sich dann der Fragestellung an, was es Neues gibt zur proximalen Humerusfraktur, und berücksichtigen dabei insbesondere die viel diskutierte PROFHER-Studie sowie Innovationen der operativen Versorgung. Eduard Buess thematisiert die Therapie der Rotatorenmanschettenruptur und präsentiert einen therapeutischen Algorithmus, der die verfügbare Literatur mit seiner eigenen umfangreichen Expertise von nahezu 4000 Rotatorenmanschettenrekonstruktionen verknüpft. Hackl et al. präsentieren eine Zusammenfassung der evidenzbasierten Behandlung der ligamentären Ellenbogenluxation. Burkhart et al. veranschaulichen das Vorgehen bei chronischer medialer Instabilität des Ellenbogens und geben zu bedenken, dass bereits eingetretene degenerative Veränderungen im Sinne eines Valgus-Extension-Overload-Syndroms zwingend in die Behandlungsstrategie miteinfließen müssen. Buchholz et al. geben eine Literaturübersicht zur Radiuskopffraktur. In einer Originalarbeit fassen Lenz et al. die Ergebnisse nach konservativer Behandlung von Olekranonfrakturen beim geriatrischen Patienten in Form einer Metaanalyse zusammen.

Mein Dank gilt an dieser Stelle allen Autoren, die dieses Themenheft durch ihre qualitativ hochwertigen Artikel bereichert haben. Ich wünsche Ihnen nun viel Freude beim Lesen und hoffe, dass Sie den Beiträgen viele nützliche Informationen für Ihre klinische Tätigkeit entnehmen können.

Michael Hackl

Notes

Interessenkonflikt

M. Hackl gibt folgende mögliche Interessenkonflikte an: Beratertätigkeit für die Firma Arthrex. Unterstützung von Forschungsprojekten durch die Firma Medartis und die Firma Arthrex. Finanzierung eines Forschungsstipendiums durch die Firma Arthrex und eines Reisestipendiums durch die Firma Wright/Tornier.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Schwerpunkt für Unfall‑, Hand- und EllenbogenchirurgieUniversitätsklinik zu KölnKölnDeutschland

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