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Prävention und Gesundheitsförderung

, Volume 14, Issue 1, pp 9–14 | Cite as

Runde Tische für Inklusion

Übergangskonferenzen zur Unterstützung von Kindern, Eltern und Lehrkräften
  • Dorit Weber-LielEmail author
  • Kerstin Mayhack
  • Bärbel Kracke
  • Peter Noack
Originalarbeit
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Zusammenfassung

Hintergrund

Die erfolgreiche Bewältigung von Bildungsübergängen, besonders für Kinder mit einer Behinderung, hängt maßgeblich von der Kooperation aller Beteiligten ab. Daher wurde ein Instrument („Praxishilfe Übergangskonferenz“) zur Unterstützung von Lehrkräften entwickelt und erprobt.

Material und Methoden

Die Erarbeitung erfolgte mehrstufig: 1. Bedarfsanalyse mit 26 qualitativen Interviews, 2. Erfassung von inklusiven Einstellungen und Erfahrungen an den Partnerschulen mittels standardisierter Fragebögen (n = 113) und 3. Entwicklung einer ersten Version der Praxishilfe. 4. Evaluation in zwei Feedbackschleifen mit 11 und 18 Interviews.

Ergebnisse

Die Praxishilfe wurde inhaltlich von allen Befragten positiv bewertet. Die Vertreter der Kommune begrüßen eine Implementation, Lehrkräfte fürchten eine Überforderung, wenn sie ein individuelles Übergangsmanagement für alle Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf umsetzen sollen.

Schlussfolgerungen

Die Implementation der Praxishilfe ist ein wichtiger Schritt, um Übergänge für alle Kinder und Jugendlichen erfolgreich zu gestalten. Dabei ist die Herausforderung, Lehrkräfte für eine individuelle und inklusive Übergangsgestaltung zu gewinnen.

Schlüsselwörter

Bildungsübergänge Behinderung Praxishilfe Wohlbefinden Motivation 

Round table for inclusion

Transition conferences to support children, parents and teachers

Abstract

Background

A successful educational transition, particularly for children with special needs, depends on the cooperation of all people involved. An instrument (practical aid transition conference) was thus developed and tested as support for teachers.

Material and methods

This research followed a multi-step procedure: 1) a needs analysis based on 26 qualitative interviews, 2) a standardized questionnaire study examining inclusive attitudes and experiences of teachers from cooperating schools (n = 113) and 3) the development of a preliminary version of the practical tool. 4) Evaluation by way of 2 feedback loops with 11 and 18 interviews, respectively.

Results

The importance and versatility of the practical tool were highly valued by all respondents. While representatives of the local community welcomed the implementation of the tool, several teachers pointed to a possible overload when an individual transition management is to be implemented for every child and adolescent with special pedagogic needs.

Conclusion

The immediate challenge is to sensitize the teachers to an individual and inclusive transition management. Implementing the practical tool is an important step in successfully managing the transition for all children and adolescents with and without special needs.

Keywords

Educational transition Handicap Practical aid Well-being Motivation 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

D. Weber-Liel, K. Mayhack, B. Kracke und P. Noack geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Alle beschriebenen Untersuchungen am Menschen wurden mit Zustimmung der Ethikkommission der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Bearbeitungsnummer 4417-04/15), im Einklang mit nationalem Recht sowie gemäß der Deklaration von Helsinki von 1975 (in der aktuellen, überarbeiteten Fassung) durchgeführt. Von allen beteiligten Patienten liegt eine Einverständniserklärung vor.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Erziehungswissenschaften, Lehrstuhl für Pädagogische PsychologieFriedrich-Schiller-Universität JenaJenaDeutschland

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