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CME

, Volume 16, Issue 6, pp 36–36 | Cite as

Chronische Schmerzen

Schmerz als Zeugnis einer schweren Kindheit

Schmerz
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Wer in der Kindheit vernachlässigt, misshandelt oder gemobbt wurde, leidet im Erwachsenenalter häufiger unter chronischen Schmerzen. Eine deutsche Studie hat diese Zusammenhänge in der Allgemeinbevölkerung untersucht.

Der seelische Missbrauch hinterließ die schlimmsten Spuren.

© Sandra Brunsch / Fotolia (Symbolbild mit Fotomodell)

Eine schwierige Kindheit gilt als Risikofaktor für spätere Schmerzleiden. Oft beginnt der Schmerz bereits im Kindes- oder Jugendalter und mündet im Erwachsenenalter in einen chronischen Zustand. In einer Querschnittstudie haben Dr. Rebecca Brown von der Universität Ulm und Kollegen diesen Zusammenhang näher beleuchtet. An der Studie nahmen 2.491 Personen mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren teil. Mit dem Childhood Trauma Questionnaire (CTQ) wurden sexueller, psychischer und emotionaler Missbrauch sowie emotionale und physische Vernachlässigung in der Kindheit erfasst. Der Schmerz (z. B. am ganzen Körper, Kopf-, Rücken- oder Nackenschmerz) wurde mit dem Polytrauma Outcome (POLO)-Chart bewertet, depressive Symptome mit dem Patient Health Questionnaire (PHQ-2) und Angstsymptome mit dem General Anxiety Disorder Questionnaire (GAD-2).

Die durchschnittliche Schmerzstärke lag auf einer Skala von 0 bis 10 bei 0,82, wobei die höchsten Werte für Nacken-, Rücken- und Kopfschmerz angegeben wurden. 22,4% der Befragten gaben körperliche, 13,1% seelische Vernachlässigung in der Kindheit zu Protokoll. Mobbing durch Mitschüler erlebten 10,9%. Fast jeder Dritte berichtete über mindestens eine Form von Misshandlung oder Vernachlässigung mittleren oder hohen Schweregrades. 1,2% hatten alle fünf oben genannten Formen von Missbrauch und Vernachlässigung erlebt.

Der Schmerz war umso stärker, je mehr Formen von Vernachlässigung und Misshandlung die Studienteilnehmer in der Kindheit hinnehmen mussten. Die schlimmsten Spuren hinterließ der seelische Missbrauch.

Literatur

  1. Brown RC et al. J Pain Res 2018;11:3099–108CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • stz
    • 1
  1. 1.

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