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CME

, Volume 16, Issue 4, pp 42–42 | Cite as

Eosinophile Ösophagitis

Kennen Sie das „Steakhouse-Syndrom“?

Gastroforum
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Eine Dysphagie, die sich vor allem beim Essen fester Nahrung bemerkbar macht, ist das Leitsymptom der eosinophilen Ösophagitis (EoE). Die Patienten geben oft an, bereits seit langer Zeit Probleme mit dem Schlucken zu haben. Das Gefühl einer erschwerten Nahrungspassage tritt meist beim Verzehr von Fleisch auf, weshalb ein Symptom der Erkrankung gelegentlich auch flapsig als „Steakhouse-Syndrom“ bezeichnet wird.

Patienten mit eosinophiler Ösophagitis haben häufig Schluckbeschwerden.

© magicmine / Getty Images / iStock

Die genaue Inzidenz und Prävalenz der EoE, einer chronisch entzündlichen, immunvermittelten Erkrankung der Speiseröhre, sind nicht genau bekannt, dürften aber in der Größenordnung der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen liegen. Somit muss jeder praktisch tätige Arzt damit rechnen, dass Patienten mit einem solchen Krankheitsbild vorstellig werden. Bei entsprechender Symptomatik an die Möglichkeit einer EoE zu denken, ist laut Prof. Dr. Stephan Miehlke, Magen-Darmzentrum Eppendorf in Hamburg, der erste und wichtigste Schritt zu einer korrekten Diagnose und einer adäquaten Therapie.

Häufig Männer zwischen 30 und 50

Geben die Patienten an, oft das Gefühl zu haben, der Bissen bleibe ihnen im Halse stecken, so sollten die Alarmglocken in puncto EoE schrillen. Betroffen sind überproportional häufig Männer im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Davon abgesehen können auch Frauen an EoE erkranken. Die EoE kann sich zudem in jedem Lebensalter manifestieren. Sie geht mit zum Teil erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität einher. Die Patienten entwickeln häufig ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten und stellen ihre Ernährung auf weniger feste Nahrung um.

Die Erkrankung frühzeitig diagnostisch abzuklären, ist nicht nur wichtig, um den Leidensdruck der Patienten zu mindern, sondern auch weil unbehandelt erhebliche Komplikationen drohen. So kann es zur Bolusimpaktion und damit zu einer akuten Notfallsituation kommen. „Unbehandelt drohen langfristig die Entwicklung von Strikturen und Stenosen in der Speiseröhre“, so Miehlke.

Histologische Remissionsraten von mehr als 90%

Therapeutisch hat es jüngst Fortschritte gegeben, da mit einer Schmelztablette des lokal wirksamen Steroids Budesonid (Jorveza®) erstmals ein spezifisch für die Indikation EoE in Deutschland zugelassenes Präparat verfügbar geworden ist. Es hat sich in klinischen Studien und ebenso im Praxisalltag als hocheffektiv erwiesen, wie Miehlke betont: „Wir sehen histologische Remissionsraten von mehr als 90%“. Budesonid ist nach seinen Worten außerdem gut verträglich und hat sich auch bereits bei anderen Indikationen als der EoE als sicher erwiesen. Noch unklar ist, wie lange die Behandlung im Einzelfall durchzuführen ist. Aktuell ist die Budesonid-Schmelztablette nur für die Akuttherapie zugelassen. Da es sich im Allgemeinen um eine lebenslange Erkrankung handelt, werden die Beschwerden nach dem Absetzen der Medikation in vielen Fällen aber wieder auftreten. Die Langzeitanwendung wird derzeit in Studien geprüft.

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • CV
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  1. 1.

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