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CME

, Volume 15, Issue 11, pp 23–23 | Cite as

Wichtigste Co-Intervention bei Psoriasis: Gewicht reduzieren

  • Springer Medizin
Schwerpunkt Dermatologie
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Viele Psoriasispatienten können sich vorstellen, dass Ernährungsumstellungen Einfluss auf ihre Krankheit haben und wären zu entsprechenden Veränderungen bereit. Doch bei ihren Arztbesuchen kommt dieses Thema aus Mangel an verlässlichen Informationen nur selten zur Sprache. In einem systematischen Review von 55 Studien mit insgesamt 77.557 Studienteilnehmern haben amerikanische Forscher nun Daten zu der Frage zusammengetragen, ob sich die Schwere einer Psoriasis bzw. Psoriasisarthritis durch verschiedene Ernährungsinterventionen beeinflussen lässt.

Wichtigste Empfehlung: Gewichtsreduktion

Zwischen Psoriasis und Adipositas gibt es klare Zusammenhänge, die vermutlich auf den proinflammatorischen Effekten des Körperfetts beruhen. Auf der Basis der analysierten Studiendaten empfehlen Ford und Kollegen übergewichtigen und adipösen Psoriasispatienten (BMI ≥ 25 kg/m2) dringend eine hypokalorische Ernährung (800–1400 kcal/Tag), mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion. Diese hat nachgewiesenermaßen auch einen positiven Effekt auf die Gelenkprobleme von Patienten mit Psoriasisarthritis. Noch nicht vollständig geklärt ist, ob die Art der Diät und/oder der Gewichtsverlust für die erreichte Symptomverbesserung insgesamt verantwortlich ist.

Glutenverzicht nur bei positiven Serummarkern

Psoriasispatienten haben ein mehr als zweifach erhöhtes Zöliakierisiko. Erwachsenen mit bestätigter Zöliakie raten die Autoren zu einer zunächst dreimonatigen glutenfreien Kost — allerdings nur, wenn die Serummarker für Glutensensitivität positiv sind. Für diese Patienten konnten nach drei Monaten signifikante Verbesserungen des klinischen Schweregrades der Psoriasis sowie der Hautbiopsie-Befunde festgestellt werden. Ein Screening auf positive Serummarker soll wegen häufig falsch positiver Befunde allerdings nur an Patienten erfolgen, wenn sie gastrointestinale Symptome haben oder wenn Verwandte ersten Grades ebenfalls an Zöliakie leiden.

Fischöl, Vitamin D, B12, Selen

Die verfügbaren Daten zur Fischölsupplementation sind widersprüchlich, weshalb von Seiten der Autoren derzeit keine Empfehlung ausgesprochen werden kann. Während sich die topische Anwendung von Vitamin-D-Präparaten als effektive Behandlungsoption bei Psoriasis erwiesen hat, ist der Nutzen einer oralen Supplementation weniger sicher. Deshalb wird die orale Vitamin-D-Supplementation Erwachsenen mit Vitamin-D-Spiegeln im Normbereich derzeit ausdrücklich nicht zur Prävention oder Behandlung der Psoriasis empfohlen. Gleiches gilt für die Supplementation von Selen oder Vitamin B12 sowie einer Kombination aus Vitaminen und Mineralien.

Allerdings haben sich bei Untersuchungen mit Vitamin D schwache Hinweise auf eine Verbesserung der Gelenkbeschwerden von Patienten mit Psoriasisarthritis ergeben. Demzufolge empfehlen Ford und Kollegen diesen Patienten zusätzlich zur Standardtherapie den Versuch einer oralen Vitamin-D-Supplementation.

Spezielle Diäten

Wenig belastbar sind auch die Daten zum krankheitsspezifischen Effekt bestimmter Ernährungsformen. Dennoch erwähnen die Autoren mögliche Vorteile einer mediterranen Ernährung mit Olivenöl, mindestens zwei Portionen Gemüse und drei Portionen Früchten pro Tag, mindestens dreimal wöchentlich Hülsenfrüchten, Fisch oder Meerestieren, Nüssen oder mindestens zweimal wöchentlich Sofrito-Soße.

Literatur

  1. Ford AR et al. JAMA Dermatol. 2018;154(8):934–50CrossRefPubMedCentralGoogle Scholar

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Springer Medizin

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