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Notfall + Rettungsmedizin

, Volume 21, Issue 8, pp 645–653 | Cite as

Taktische Medizin

Aspekte zur Lagebewertung, Einsatztaktik, Schulung und Übung in der Taktischen Medizin
  • A. Lechleuthner
  • K. Fuchs
  • B. Eßer
Leitthema
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Zusammenfassung

Mit der Adressierung von Anschlagsszenarien und ihrer Vorplanung im Hinblick auf die rettungsdienstliche Bewältigung reicht es nicht, die aus der taktischen Medizin stammenden Geräte (z. B. Tourniquets, Dekompressionsnadeln etc.) zu beschaffen und zu schulen, sondern es müssen auch die dazugehörigen Einsatzkonzepte lokal entwickelt und ausgebildet werden. Da sich die taktische Medizin im militärischen Bereich entwickelt hat, ist es vorteilhaft, die dort gemachten einsatzplanerischen und taktischen Erkenntnisse auf den zivilen Bereich zu übertragen. Im militärischen Bereich sind alle am Einsatz beteiligten Kräfte auch den Streitkräften zuzuordnen, für die alle das gleiche Recht (Bundeswehrrecht) in der Vorplanung und im Einsatz gilt. Im zivilen Bereich sind die Aufgaben jedoch auf unterschiedliche Aufgabenträger (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst) verteilt, für die darüber hinaus auch unterschiedliche Rechtsvorschriften (Polizeirecht, Feuerwehrrecht, Rettungsdienstrecht) gelten. Bei Anschlagsszenarien müssen diese verschiedenen Aufgabenträger jedoch eng zusammenarbeiten, was schon im Vorfeld passieren muss. In diesem Beitrag werden die einzelnen Elemente der Aufgaben in der Vorplanung, Einsatzplanung und Übung beschrieben, die gemeinsam erarbeitet, geplant und beübt sein müssen. Dabei wird herausgestellt, dass die Begrifflichkeiten, Ausrüstungen und die Kommunikation so aufeinander abzustimmen sind, dass eine gemeinsame Einsatzbewältigung mit hoher Professionalität möglich wird.

Schlüsselwörter

Terroristische Anschläge Rettungsdienst Tactical Combat Casualty Care Rettungsdienst-Management Militärerfahrungen 

Tactical medicine

Issues of evaluation, tactic, education, and training in civil EMS response

Abstract

Terroristic attacks are new challenges for the civil emergency medical services (EMS) in Europe. The emergency resources for the management of such attacks are based on the particular military devices and experience. For civil EMS, this equipment has to be integrated into actual concepts and protocols for EMS staff and units. In contrast to military forces including military EMS, the management of attacks in civil life is performed by different agencies and authorities (police, fire department, and different EMS agencies). Each agency has different rules, directions, and responsibilities and they have to work together during terroristic attacks. Thus, it is necessary to provide common prepared plans and protocols for communication as well as for action. For this purpose plain wording and exercises are mandatory.

Keywords

Terroristic attack Emergency medical services Tactical Combat Casualty Care Emergency medical services management Military experience 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

A. Lechleuthner, K. Fuchs und B. Eßer geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Rettungsingenieurwesen und GefahrenabwehrTechnische Hochschule KölnKölnDeutschland
  2. 2.Dezernat 1 – Gefahrenabwehr, Ärztliche Leitung RettungsdienstKreis SteinfurtSteinfurtDeutschland
  3. 3.Stadtamt 37, Ärztliche Leitung RettungsdienstStadt HammHammDeutschland

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