Advertisement

psychopraxis. neuropraxis

, Volume 22, Issue 2, pp 58–62 | Cite as

Multiple Sklerose und psychiatrische Komorbidität

Eine multidisziplinäre therapeutische Herausforderung
  • Helmut RauschkaEmail author
  • Franziska MayrEmail author
Neurologie
  • 25 Downloads

Zusammenfassung

Nach der Diagnosestellung einer schubförmigen multiplen Sklerose (MS) benötigen die meisten Betroffenen eine immunmodulatorische Dauertherapie. Eine frühe Diagnosestellung und ein im Krankheitsverlauf früher Therapiebeginn verlangsamen die Zunahme neurologischer Defizite und verbessern die Prognose der Erkrankung. Die Betroffenen leiden vermehrt auch an psychiatrischen Komorbiditäten. In den meisten Fällen ist bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung die Prävalenz für psychiatrische Erkrankungen erhöht, mit weiterer Zunahme im Verlauf der Erkrankung. Die Genese ist multifaktoriell bedingt. Es werden sowohl organische Faktoren wie das Ausmaß und die Lokalisation der strukturellen Hirnschädigung als auch psychosoziale Faktoren diskutiert. Bei psychiatrischen Komorbiditäten (insbesondere bei psychotischem Ausmaß) muss bei der Therapieplanung die möglicherweise reduzierte Adhärenz und Compliance für die erforderliche immunmodulatorische Therapie berücksichtigt werden. Zusätzlich erfordern mögliche Nebenwirkungen ein oft komplexes und engmaschiges Monitoring. Die erfolgreiche Therapie der psychiatrischen Erkrankung ist Voraussetzung für eine langfristig erfolgreiche Behandlung der MS.

Schlüsselwörter

Multiple Sklerose Psychose Zerebrale Läsionen Dauertherapie Nebenwirkungen Compliance 

Multiple Sclerosis and Psychiatric Comorbidity

A Multidisciplinary Therapeutic Challenge

Abstract

After a diagnosis of relapsing–remitting multiple sclerosis (MS), most patients require long-term immunomodulatory therapy. Early diagnosis and the early initiation of treatment in the course of the disease slows the development of neurological deficits and improves the prognosis. Those affected also increasingly suffer from psychiatric comorbidities. In most cases, the prevalence of psychiatric disorders is increased at the time of diagnosis, with a further increase during the course of the disease. The genesis is multifactorial. Both organic factors such as the extent and location of structural brain damage as well as psychosocial factors are discussed. In the case of psychiatric comorbidities (especially psychotic disorders), therapy planning must take into account possibly reduced adherence and compliance for the required immunomodulatory therapy. In addition, possible side effects often require complex and close monitoring. Successful treatment of psychiatric diseases is prerequisite for long-term successful treatment of MS.

Keywords

Multiple Sclerosis Psychotic disorders Cerebral lesions Long-term therapy Side effects Compliance 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

H. Rauschka und F. Mayr geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren. Für Bildmaterial oder anderweitige Angaben innerhalb des Manuskripts, über die Patienten zu identifizieren sind, liegt von ihnen und/oder ihren gesetzlichen Vertretern eine schriftliche Einwilligung vor.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Austria, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Abteilung für Neurologie, SMZ-OstDonauspital WienWienÖsterreich
  2. 2.Abteilung für Psychiatrie, SMZ-OstDonauspital WienWienÖsterreich

Personalised recommendations