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, Volume 23, Issue 6–7, pp 54–54 | Cite as

freizeit & leben

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SALAM.ORIENT-FESTIVAL 2018

Kunst und Kultur aus den Krisengebieten

Das Yamma Ensemble aus Israel.

Photo: © Ronen Goldman

Als positiven Kontrapunkt zu den politischen Krisen der Weltgegend setzt das diesjährige Salam.Orient.Festival seinen Schwerpunkt auf Palästina, den Libanon und Israel sowie die kurdische Tradition. Von 15. bis 23. Oktober lassen sich so unterschiedliche Facetten dieser reichen Kultur an mehreren Schauplätzen in Wien erleben. Traditionelle und traditionell inspirierte Klänge stehen ganz neuen Entwicklungen wie dem „Shamstep“, einer Mischung aus traditioneller Straßenmusik, elektronischen Beats, Funk, Hip/Hop und Rock der jungen palästinensischen Formation 47Soul (22. 10. im WUK), „Mountain Rock“ von den Golanhöhen oder auch arabischen Pop-Underground-Klängen aus dem Libanon mit Yasmine Hamdan (15. 10. im Flex) gegenüber.

Der vielseitige österreichische Pianist Paul Gulda & sein musikalischer Freund und palästinensischer Oudspieler Marwan Abado laden diesmal zu ihrem erfolgreichen Projekt „Masaar Hubb“ - Pfad der Liebe den türkischen Kamanche-Meister Derya Türkan aus Istanbul als spannende Ergänzung (19. 10 im Radio Kulturhaus).

Mehrfach bedroht, haben sich die Kurden in den verschiedenen Ländern des Nahen Ostens in den vergangenen Jahrzehnten in künstlerischen Aktivitäten häufig in neuen Heimatländern zusammengefunden. Syrische und irakische kurdische bildende Künstler bilden beispielsweise in Österreich eine sehr aktive Gruppe und bei Salam.Orient 2018 werden kurdische Stimmen eindrucksvolle musikalische Stellungnahmen abgeben, wie mit dem Nizamettin Ariç Ensemble und den Kurdish Female Voices zu erleben sein wird (21. 10. im Theater Akzent).

Salam.Orient, 15. bis 23. Oktober 2018, Wien

Informationen: https://doi.org/www.salam-orient.at

AUSSTELLUNG

Ein Plädoyer für die Schönheit mit allen Sinnen

Über Schönheit kann man streiten. Oder doch nicht? Das österreichisch-amerikanische Graphikerduo mit höchst erfolgreicher Agentur in New York, Stefan Sagmeister und Jessica Walsh, zeigt ab Ende Oktober im Museum für angewandte Kunst in Wien, dass manche Kriterien für Schönheit durchaus Allgemeingültigkeit haben. Nach der Happy Show im Jahr 2015/16 und einige Jahre davor schon mit der Einzelausstellung „Handarbeit“, gibt das MAK dem international höchst erfolgreichen Designer Stefan Sagmeister nun neuerlich Raum für seine Betrachtungen zu einem grundlegenden Thema — für das er seine Agenturpartnerin hinzuzog. Unter dem Titel Beauty liefern die beiden ein multimediales, höchst sinnliches Plädoyer für die Lust am Schönen.

Schönheit, so das Sagmeister-Walsh’sche Plädoyer, „ist mehr als eine rein oberflächliche Strategie.“ Verdeutlicht wird dies in Form von Installationen und Beispielen aus Produktdesign, Stadtplanung, Architektur und Graphikdesign, die mehrere Räume des MAK bespielen und dabei Sehen, Riechen und Fühlen in Anspruch nehmen. Das umfängt den Besucher schon im Haupteingang, wo der Nebelvorhang als Bildfläche für wechselnde Projektionen fungiert und findet einen der Höhepunkte im Sensory Room, der gemeinsam mit Swarowski gestaltet wurde. Hier funkeln tausende Kristalle in einem von Sagmeister & Walsh entworfenen Ornament und verleihen dem Raum einen besonderen Zauber. Im Inneren treffen die Besucher — in Nebel gehüllt — auf ständig wechselnde Farben des Sonnenuntergangs. Als „schön“ empfundene Gerüche wie Zitrusduft und ein Klangteppich von Gesängen des Malaysischen Sumpffrosches sollen ein außergewöhnliches Erleben von Schönheit ermöglichen. Der Zusammenhang von Schönheit und Funktionalität ist durchaus real: Schön gestaltete Arbeiten stimulieren die menschliche Wahrnehmung und funktionieren damit besser, wie Erkenntnisse aus der psychologischen Ästhetik gezeigt haben.

Philip Beesley, Amatria, Luddy Hall, Indiana University, Bloomington, Indiana, 2018

Photo: © PBA Toronto

Sagmeister & Walsh, Sensory Room (Simulation), 2018

Photo: © Sagmeister & Walsh, New York

Freilich geht es nicht nur um die physische Schönheit, sondern auch um die Fähigkeit, Schönes zu erschaffen — in Kunst und im weiten Feld der Kultur. Und Schönheit kann ebenso aus vermeintlich Hässlichem entstehen. Wieweit Übereinstimmungen im Schönheitsempfinden bei den Besuchern der Ausstellung gehen, lässt sich mit der Einladung zur Interaktion feststellen: Die Eintrittskarte ist mit geprägten Münzen versehen, die zum Abstimmen über Lieblingsformen eingesetzt werden können.

SAGMEISTER & WALSH: Beauty, 24. Oktober 2018 — 31. März 2019 MAK, Stubenring 5, 1010 Wien,

Informationen: https://doi.org/www.MAK.at

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© Springer-Verlag Wien 2018

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