Advertisement

ProCare

, Volume 23, Issue 6–7, pp 42–42 | Cite as

Evidenzbasierte Leitlinie Sturzprävention

Aktualisierte und methodisch adaptierte Auflage nun verfügbar
  • Daniela Schoberer
pflege & wissenschaft
  • 40 Downloads

Pflegewissenschafterinnen des Instituts für Pflegewissenschaft der Medizinischen Universität Graz aktualisierten in Kooperation mit Pflegepraktikern des LKH-Univ. Klinikums Graz die evidenzbasierte Leitlinie „Sturzprävention für ältere und alte Menschen in Krankenhäusern und Langzeitpflegeeinrich-tungen“.

Systematischer Erstellungsprozess mit multidisziplinärem Team

Zur Erstellung dieses Leitlinienupdates wurden die in der 2. Auflage der Leitlinie angewandten Methoden gemäß internationalen methodischen Erneuerungen in der Leitlinienentwicklung optimiert. Der Erstellungsprozess beinhaltete eine systematische Literaturrecherche, Bewertung, Analyse und Gradierung der wissenschaftlichen Literatur gemäß des GRADE (Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation) Ansatzes. Somit ist dies die erste österreichische Leitlinie, die nach diesem international empfohlenen Ansatz entwickelt wurde. GRADE bietet ein transparentes Vorgehen, um das Vertrauen in die Evidenz zu beurteilen. Neben potentiellen Verzerrungen (Bias-Risiken) in den Studien wurden auch die Heterogenität, Inkonsistenz und Übertragbarkeit der Evidenz von den Autoren bewertet. Die Gradierung der Empfehlungen erfolgte durch ein externes, multidisziplinäres Team aus Pflegepersonen, Ärzten, Therapeuten und Patientenvertretern mittels der Delphi-Methode. Abschließend wurde die Leitlinie durch nationale und internationale Begutachter hinsichtlich der Praktikabilität und Methodik bewertet.

Praktikabilität im Vordergrund

Bei dieser 3. Auflage der Leitlinie Sturzprävention wurde insbesondere darauf geachtet, praxisrelevantes Wissen zu generieren und dieses für die Praxis anwendbar aufzubereiten. Folglich wurden Pflegepraktiker bei sämtlichen Schritten der Leitlinienentwicklung, wie etwa der Erstellung der Schlüsselfragen, miteinbezogen bzw. konsultiert. Die verwendeten Methoden zur Entwicklung der Leitlinie, sowie die Ergebnisse der Recherchen, Evidenzbewertungen und Empfehlungsgradierungen sind in einem separaten Methodenpapier dargelegt, sodass in der Leitlinie selbst lediglich die für die Pflegepraxis relevanten Informationen enthalten sind. Eigens entwickelte Tools wie Pocket Cards, Algorithmen und Auditkriterien zur Überprüfung des Leitlinieneinsatzes dienen der Erhöhung der Praktikabilität der Leitlinie.

Photo: Hirunyaphornkul / Getty Images / iStock

Leitlinie als Entscheidungshilfe

Diese systematisch entwickelte Leitlinie bietet Pflegepraktikern einen Überblick über die gesamte Forschungsliteratur zum Thema Sturzprävention bei älteren und alten Menschen verbunden mit klaren Empfehlungen, die systematisch für den jeweiligen Kontext entwickelt wurden. Somit kann diese Leitlinie als systematisch entwickelte Entscheidungshilfe von Pflegepersonen Langzeitpflegeeinrichtungen genutzt werden, um sturzgefährdeten Personen optimale Pflege zukommen zu lassen.

Diese evidenzbasierte Leitlinie soll wegweisend für die österreichische Pflege sein. Pflege erfolgt begründet und bewegt sich von einer rein traditionsbasierten hin zu einer evidenzbasierten Profession, mit dem übergeordneten Ziel sturzgefährdeten Personen die optimale Pflege zukommen zu lassen.

Die Leitlinie mit den dazugehörigen Pocket Cards, sowie das Methodenpapier sind über die Homepage des Instituts für Pflegewissenschaft der Medizinischen Universität Graz beziehbar: https://pflegewissenschaft.medunigraz.at/forschung/leitlinie-sturzprophylaxe/

Photo: Inst. f. Pflegewissenschaft der MUG

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Pflegewissenschaft, Medizinische Universität GrazGrazAustria

Personalised recommendations