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Was können Gesundheitslotsen und -lotsinnen leisten?

Das Projekt SALUS
  • Ursula LiebingEmail author
Leitthema

Zusammenfassung

Das Projekt SALUS richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund, da zugewanderte Frauen und Männer einen erhöhten Orientierungsbedarf im Hinblick auf das Gesundheitssystem, dessen Beratungs‑, Vorsorge- und Präventionsangebote haben. Seit dem Jahr 2015 wurden im Projekt SALUS Peers aus migrantischen Communities in einem partizipativ entwickelten Salzburger Lehrgang zu Gesundheitslotsen und -lotsinnen qualifiziert. Zudem konnten sie an einer Basisqualifikation für Laiendolmetscher teilnehmen.

Gesundheitslotsen können mit Unterstützung von SALUS gegen Bezahlung und bedarfsorientiert verschiedene gesundheitsbezogene Veranstaltungsformate für Personen aus ihrem Umfeld umsetzen, bei Bedarf muttersprachlich und mit Fachreferenten. Hierdurch gelingt es, auf Informations- und Orientierungsbedarfe zu antworten, die andernfalls gar nicht sichtbar würden.

Gesundheitslotsen leisten somit wichtige und niederschwellige Präventions- und Orientierungsarbeit, im Gesundheitsbereich, im psychosozialen Bereich und in der Psychoedukation. Für Menschen aus ihrem Umfeld fungieren sie als Brückenbauer in das Gesundheitssystem. Sie sind jedoch keine professionellen Gesundheitsdienstleister und sie können eine systematische interkulturelle Öffnung und Diversitätsorientierung des Gesundheitssystems nicht ersetzen; auch der Abbau von strukturellen Zugangsbarrieren zur Versorgung, sei es im extramuralen oder im intramuralen Bereich, oder die längerfristige niederschwellige Begleitung von Menschen mit gesundheitsbezogenem Unterstützungsbedarf kann durch Lotsen und Lotsinnen nicht geleistet werden.

Schlüsselwörter

Gesundheitskompetenz Verbesserte Orientierung im Gesundheitssystem Partizipative Konzeption Präventionsangebote für Migranten und Migrantinnen Brückenbauer in das Gesundheitssystem 

What Can “Health Pilots” Provide?

The SALUS Project

Abstract

The SALUS project is aimed at people with a migrant background, as immigrant women and men are in greater need of orientation with regard to the health care system, and the counselling, information, and prevention services available. Since 2015, within the project framework, “peers” from migrant communities were qualified to become “health pilots” in a course that was designed in a participatory process in Salzburg. In addition, they were able to gain a basic qualification for lay interpreters.

With the support of SALUS, for payment, “health pilots” can provide various health-related events for people from their own background, according to demand, in their native language and with a health expert if required. This makes it possible to respond to information and orientation needs that otherwise would not be apparent.

“Health pilots” thus perform important and low-level prevention and orientation work in the health sector, in the psychosocial field, and in psychoeducation. For people from their background, they act as bridge-builders to the health care system. However, they are not professional health care providers and cannot replace a systematic intercultural opening up and diverse orientation of the health system; the dismantling of structural barriers to care, whether extramural or intramural, or the longer-term, low-level guidance of those with a requirement for health-related support, cannot be provided by “health pilots”.

Keywords

Health competence Improved orientation in the health sector Participatory design Prevention work for migrants Bridge-builders to the health care system 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

U. Liebing ist als Projektleiterin bei Frau & Arbeit angestellt.

Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Austria, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Projekt SALUS/Frau & Arbeit gGmbHSalzburgÖsterreich

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