Advertisement

Der Schmerz

, Volume 33, Issue 1, pp 73–73 | Cite as

Anwendung der Sonographie im Rahmen der interventionellen Schmerztherapie

  • T. WilhelmEmail author
Leserbriefe
  • 101 Downloads

Use of ultrasonography in the context of interventional pain therapy

Leserbrief zu

Faber F, Benditz A, Boluki D, Grifka J (2018) Anwendung unterschiedlicher Injektionstherapien bei Zervikal- und Lumbalsyndromen. Schmerz 32:65–85.  https://doi.org/10.1007/s00482-017-0264-4

Im oben aufgeführten Fortbildungsbeitrag werden die unterschiedlichsten Injektionstherapien bei Zervikal- und Lumbalsyndromen anhand von Landmarken dargestellt. Um das Thema aber nach dem aktuellen Forschungsstand in der Schmerzmedizin darzustellen, sollte dringend der Einsatz der Sonographie sowohl erwähnt als auch praktisch durchgeführt werden.

Bitte erlauben Sie mir aus diesem Grund, eine kritische Stellungnahme zum Beitrag zu nehmen und einige Beispiele anzuführen.

Zervikale Spinalnervenanalgesie

Leider kann ich der Beschreibung nicht entnehmen, bei welchen Indikationen eine „zervikale Spinalnervenanalgesie“ durchzuführen ist und welche therapeutische und/oder diagnostische Idee die Durchführung einer solchen Blockade rechtfertigt.

Weiterhin muss kritisch angemerkt werden, dass gerade in einem Gebiet mit unterschiedlichsten anatomischen Variationen (Hals) dem Einsatz des Ultraschalls zur Nervenlokalisation und zum Erkennen von wichtigen Strukturen (z. B. A. vertebralis) ein wesentlicher Stellenwert zukommt und aus diesem Grund Zurückhaltung mit der Durchführung eines Verfahrens „nur“ nach Landmarken erfolgen sollte.

Blockade des N. suprascapularis

Auch bei dieser vorgestellten Technik ist die Anwendung der Sonographie dringend zu empfehlen, da bei einer etwas zu ventralen Injektion ein Pneumothorax auftreten könnte, der bei der korrekten Anwendung des Ultraschalls sicher vermieden werden kann.

Infiltration des Iliosakralgelenks

Es ist fraglich, ob eine intraartikuläre Lage der Injektionsnadel im ISG sinnvoll oder überhaupt möglich ist oder die Injektion in die umgebenden Bänder nicht ausreicht.

Auch die Indikationsstellung für eine ISG-Arthrodese nach erfolgter Injektion an oder in das ISG abzuleiten, ist m. E. zu überdenken.

Auch hier rate ich von einem Vorgehen nach Landmarken ab, da durchaus bei einer zu tiefen Injektion nach kaudal versehentlich Injektionen in das kleine Becken erfolgen könnten.

Auch hier sei die Anwendung des Ultraschalls zur Darstellung des ISG dringend empfohlen.

Zusammenfassend möchte ich darauf hinweisen, dass in der heutigen Zeit Injektionstherapien im Bereich der Wirbelsäule nur mit Landmarkentechnik eher zurückhaltend durchgeführt werden sollten bzw. nur sehr versierten Behandlern vorbehalten sind.

Die Anwendung der Sonographie ist dringend zu empfehlen (vor allem im Bereich der Halswirbelsäule), um damit relevante Komplikationen zu minimieren und die Strahlenbelastung für den Patienten deutlich zu reduzieren.

Notes

Interessenkonflikt

T. Wilhelm gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. Published by Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature - all rights reserved 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.SchmerzmedizinBerufsgenossenschaftliche Unfallklinik MurnauMurnauDeutschland

Personalised recommendations