Advertisement

Ethik in der Medizin

, Volume 31, Issue 3, pp 255–260 | Cite as

Forschung im Maßregelvollzug – Contra

  • Dirk HesseEmail author
Kontroverse
  • 20 Downloads

Ohne Frage, die Benachteiligung forensischer Klientel gegenüber anderen Patientengruppen ist evident, die Auswirkungen bei Nichtbeforschung führen schlimmstenfalls zu langen Unterbringungszeiten, und also möchte man spontan zustimmen, wenn es um Forschung an forensisch-psychiatrisch untergebrachten Patientinnen und Patienten geht. Gleichwohl müssen erhebliche Bedenken geäußert werden.

Der Gesetzgeber hat in §40 (4) des Arzneimittelgesetzes (AMG) geregelt, dass bei einer klinischen Prüfung „die betroffene Person nicht auf gerichtliche oder behördliche Anordnung in einer Anstalt untergebracht“ sein darf.

Der Grund für diese restriktive Haltung, Forschung an untergebrachten Personen zumindest erheblich zu beschränken, ist die unrühmliche Geschichte der deutschen Psychiatrie zur Zeit des Nationalsozialismus. Sich hiervon zu distanzieren, fällt den heute Handelnden subjektiv leicht. Auch wenn sich das AMG explizit auf die Prüfung von Arzneimitteln bezieht, so muss dennoch die besondere...

Notes

Interessenkonflikt

D. Hesse gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Literatur

  1. Auchter T (2004) Rahmen, Halt und Grenze. Über strukturbildende Faktoren im Maßregelvollzug. In: Bender T, Auchter T (Hrsg) Destruktiver Wahn zwischen Psychiatrie und Politik. Forensische, psychoanalytische und sozialpsychologische Untersuchungen. Psychosozial-Verlag, Gießen, S 141–169Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Maßregelvollzugszentrum Niedersachen (MRVZN) MoringenMoringenDeutschland

Personalised recommendations