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Ethik in der Medizin

, Volume 30, Issue 4, pp 367–369 | Cite as

Kommentar I zum Fall: „Ethisch vertretbare Anwendung freiheitsentziehender Maßnahmen zur Durchführung einer Chemotherapie?“

  • Jakov Gather
  • Knut Hoffmann
Fall und Kommentare
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Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung haben das gleiche Recht wie alle anderen Menschen auf eine an ihren individuellen Bedürfnissen orientierte, bestmögliche medizinische Diagnostik und Behandlung (Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer 2010). Im hier zu diskutierenden Fall eines 25-jährigen Patienten mit einer in Folge eines frühkindlichen Hirnschadens eingetretenen schweren geistigen und körperlichen Behinderung ist mit einem bösartigen Tumor des Hodens eine schwere und lebensbedrohliche Erkrankung diagnostiziert worden, die zum Zeitpunkt der Diagnosestellung als kurativ behandelbar eingestuft wird. Eine leitliniengerechte und aus medizinischer Sicht indizierte Therapie besteht offenbar zum einen aus einer chirurgischen Tumorentfernung sowie zum anderen – bei im Verlauf eingetretener Metastasierung – aus 4 Zyklen Chemotherapie über 5 Tage für jeweils 24 Stunden.

Zu einer selbstbestimmten informierten Einwilligung in die (Nicht‑)Durchführung der genannten...

Notes

Danksagung

J. Gather dankt dem Bundesministerium für Bildung und Forschung für die Förderung im Rahmen der BMBF-Forschungsgruppe „SALUS – Ethische Aspekte von Zwang in der Psychiatrie im Spannungsfeld von Selbstbestimmung, gesundheitlichem Wohl und Sicherheit“ (Förderkennzeichen: 01GP1792). Die Autoren danken Tanja Henking und Matthé Scholten für wertvolle Anmerkungen zu dem Kommentar.

Interessenkonflikt

J. Gather und K. Hoffmann geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Literatur

  1. Kobert K, Löbbing T (2018) Entscheidungsfindung bei Menschen mit Behinderungen – das Ethische Fallgespräch. Inkl Med 15:51–60Google Scholar
  2. Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer (2010) Die neue UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung als Herausforderung für das ärztliche Handeln und das Gesundheitswesen. Dtsch Arztebl 107(7):A297–A300Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, LWL-UniversitätsklinikumRuhr-Universität BochumBochumDeutschland
  2. 2.Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der MedizinRuhr-Universität BochumBochumDeutschland

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