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Kommentar II zum Fall: „Ethisch vertretbare Anwendung freiheitsentziehender Maßnahmen zur Durchführung einer Chemotherapie?“

  • Karin Oechsle
Fall und Kommentare
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In diesem Fall galt es zunächst, zwischen einer kurativen Chemotherapie und den für deren Durchführung für den Patienten hohen „Preis“ freiheitsentziehender Fixierung abzuwägen. Auf der einen Seite stand dabei eine Chance von ca. 50–80 % (je nach genauer Tumormarkerhöhe) auf Heilung durch die Durchführung der Chemotherapie (International Germ Cell Cancer Collaborative Group 1997). Ohne eine Chemotherapie hätte sich die Lebenserwartung des Patienten von vielen Jahren oder Jahrzehnten auf mehrere Wochen oder wenige Monate reduziert.

Auf der anderen Seite galt es zu berücksichtigen, was dem Patienten zur Durchführung dieser Therapie zugemutet werden musste, also die Fixierung des Patienten an insgesamt 20 Tagen. Es bleibt in der vorliegenden Fallbeschreibung etwas unklar, ob das volle Ausmaß der erforderlichen Maßnahmen zum Zeitpunkt des moderierten interdisziplinären Gespräches bereits in die Diskussion einbezogen wurde. Wenn nicht, wäre sicher eine erneute interdisziplinäre Beratung zu...

Notes

Interessenkonflikt

K. Oechsle gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Literatur

  1. Harenski K (2007) Geistig behinderte Menschen im Krankenhaus: Alles andere als Wunschpatienten. Dtsch Arztebl 104(27):A–1970Google Scholar
  2. International Germ Cell Cancer Collaborative Group (1997) International Germ Cell Consensus Classification: a prognostic factor-based staging system for metastatic germ cell cancers. J Clin Oncol 15:594–603CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.2. Medizinische Klinik und PoliklinikUniversitätsklinikum Hamburg-EppendorfHamburgDeutschland

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