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Transformationen des analytischen Feldes

Psychoanalytische Arbeit mit Kindern und Erwachsenen

Transformation of the analytical field

Psychoanalytical work with children and adults

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Zusammenfassung

Nicht nur die frühen Erfahrungen, sondern alle Phasen der lebensgeschichtlichen Entwicklung eines Menschen, sind bedeutsam. Vor allem die Turbulenzen in der adoleszenten Entwicklung kommen im analytischen Prozess mit Erwachsenen bislang oft zu kurz. Zwar sind die basalen Elemente der Technik für alle Patienten identisch, und wenn wir mit Ferro die Analyse als eine Hier-und-Jetzt-Interaktion zwischen Analytiker und Patient mit dem Potenzial zur Transformation betrachten, verschwimmen die altersabhängigen Unterschiede. Denn es geht bei allen Altersstufen um die psychoanalytische Methode der Erkenntnisgewinnung, die auf einem inneren Setting und einer analytischen Haltung beruht. Die Erscheinungsformen, die Phänotypen, sind jedoch unterschiedlich. Die analytische Arbeit mit allen Altersstufen hilft, in Erwachsenen die Ängste und Nöte des Kindes, das sie mal waren und das seine Spuren hinterlassen hat, zu erspüren, auch wenn dies hinter vielen Worten verborgen ist. Die vorliegende Arbeit versteht sich als ein Plädoyer für die Integration der Kinder- und Jugendlichenpsychoanalyse in die Erwachsenenpsychoanalyseausbildung.

Abstract

Not only early experiences but all phases of lifetime development of a person are important. In particular, the turbulences in the adolescent development are often not adequately considered in the analytical process with adults. The basic elements of the technique are identical for all patients and when we consider with Ferro the analysis as a here and now interaction between analyst and patient with the potential for transformation, then the age-dependent differences become blurred. Then the aim in all age groups is the psychoanalytical acquisition of knowledge, which is based on an internal setting and an analytical attitude. The manifestations, the phenotypes are, however, different. The analytical work with all age groups helps to sense in adults the fears and hardships of the child that they once were and have left their mark, even if this is hidden behind verbosity. This article is a plea for the integration of pediatric and adolescent psychoanalysis into the adult psychoanalytical training.

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Notes

  1. 1.

    Trotz der einheitlichen grafischen Gestaltung bergen alle Figuren Anspielungen auf traditionelle Mythen. Darüber hinaus steht jedes Pokémon in Verbindung zu einem der vier Elemente (Luft, Feuer, Erde, Wasser) und den damit verbundenen Energien. Der Wunsch des Kindes, ein Bild zu besitzen, kann somit bedeuten, dass es die Leichtigkeit, mit der die Figur sich im Wasser oder unter der Erde bewegt, bewundert, oder es ist fasziniert von der raubtierhaften Gefräßigkeit eines anderen. Hinzu kommt, dass sich die Pokémons verändern, im Laufe der Prüfungen, die sie zu bestehen haben, und der Erfolge, die sie erleben. Sie legen das Äußere eines „kleinen Kindes“ ab, nehmen das eines „Jugendlichen“ an und entwickeln sich schließlich zum Erwachsenen. Die kleinen Figuren, die im Kampf heranwachsen und verändern, begeistern die Kinder – sehr zum Leidwesen vieler Erwachsener. Aber vielleicht sind die Pokémons gar keine Taschengeldfresser, sondern die Helden in einem modernen Märchen. Im Übrigen ist Pokémon nicht die schlechteste Form, sich die neuen Technologien anzueignen.

Literatur

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A. Staehle gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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Dieser Beitrag basiert auf einem Vortrag der Autorin am 27.05.2017 auf der Jahrestagung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) in Nürnberg.

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Staehle, A. Transformationen des analytischen Feldes. Forum Psychoanal 35, 37–52 (2019). https://doi.org/10.1007/s00451-018-0331-1

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