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Statement on scientific, legal and ethical problems of human embryonic stem cell research

Humane embryonale Stammzellen: große Chancen für die Medizin, aber auch rechtliche und ethische Bedenken

Stellungnahme der Deutschen Forschungsgemeinschaft zum Problemkreis „Humane embryonale Stammzellen“ vom 18. März 1999

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Schlußfolgerung

Das Embryonenschutzgesetz verbietet jegliche fremdnützige Forschung an und mit Embryonen. Damit ist in Deutschland die Entnahme von pluripotenten Zellen aus einem Embryo verboten. Die Gewinnung von embryonalen Stammzellen (ES-Zellen) aus Blastozysten erfolgt zu anderen Zwecken als zur Erhaltung des Embryos. Sie ist demgemäß nicht mit dem Embryonenschutzgesetz vereinbar. Dies gilt selbst für den Fall, daß der Embryo durch die Entnahme einiger Zellen in seiner Entwicklung nicht geschädigt würde. Der Zellkerntransfer in entkernte Eizellen mit dem Ziel der Erzeugung von pluripotenten Stammzellen mit dem Erbgut des Zellempfängers ist ebenfalls verboten, da mit Hilfe derselben Technik totipotente Zellen entstehen können, aus denen Menschen geklont werden könnten. Erlaubt ist in Deutschland die Gewinnung von pluripotenten Stammzellen aus dem Gewebe von frühzeitig ausgestoßenen toten, sowie aus abgetriebenen Feten. Eine solche Zell- oder Gewebeentnahme ist in den Richtlinien zur Verwendung fetaler Zellen und fetaler Gewebe der Bundesärztekammer geregelt. Die DFG-Stellungnahme kommt zu dem Ergebnis, daß für die Forschung mit menschlichen pluripotenten Stammzellen derzeit kein Handlungsbedarf für eine Änderung der deutschen Rechtslage besteht. Nach Ansicht der DFG steht der Meinungsbildungsprozeßüber ethische und medizinisch- biologische Fragen der Stammzellforschung in Deutschland, wie im Ausland, noch am Anfang. Die DFG schlägt vor, daß dieser Meinungsbildungsprozeß auf breiter Basis geführt wird, und wird sich daran beteiligen. Gleichzeitig wird sich die DFG bemühen, in dieser Frage auf die Entwicklung einheitlicher europäischer Standards hinzuwirken, die auch die gebotenen Risikoabschätzungen gegenüber fundamentalen und grundgesetzlich garantierten Lebenswerten wie der Menschenwürde und der Gesundheit einschließen. Grundsätzlich muß für zukünftige Forschung an und mit menschlichen Stammzellen nach Meinung der DFG in jedem Fall ausgeschlossen sein, daß sich aus menschlichen pluripotenten Stammzellen Eizellen, Samenzellen oder Embryonen entwickeln. Außerdem müßte durch effektive Maßnahmen sichergestellt sein, daß das Klonen von Menschen oder die Erzeugung von Menschen mit künstlich verändertem Erbgut ausgeschlossen bleiben. Die Einrichtung einer zentralen Kommission, die Forschungsvorhaben mit Stammzellen nach ethischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt und ihre Durchführung überwacht und begleitet, wäre ein konsequenter Weg. Henning M. Beier, Aachen

Summary

The German embryo protection law prohibits any research on and with embryos if the embryo is not the immediate beneficiary. Accordingly, removal of pluripotent cells from an embryo is prohibited in Germany. The preparation of embryonic stem cells (ES cells) from blastocysts is carried out for reasons other than those aimed at preserving the embryo. Thus it is not compatible with the provisions of the embryo protection law. This is true also if the development of the embryo will not be impaired by the removal of some cells. Nuclear transfer into enucleated oocytes aimed at generating pluripotent stem cells is prohibited also because this technique might be employed to clone human beings. Preparation of pluripotent stem cells from tissues of prematurely aborted dead foetuses or aborted foetuses can be carried out legitimately in Germany. This type of cell or tissue preparation is subject to regulation by the General Medical Council Guidelines (Richtlinien der Bundesärztekammer) for Usage of Foetal Cells and Foetal Tissues. The DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) concludes that currently there is no need to alter the German legal status concerning research with human pluripotent stem cells. It is the view of the DFG that the process of shaping opinions concerning ethical and embryological questions in relationship with research on stem cells has only just begun in Germany and abroad. The DFG suggests that this opinion-shaping process should take place on a broad basis and will take part in it. At the same time the DFG will make efforts to work towards the development of uniform European standards in this matter which will include also a due assessment of existential values such as human dignity and health which are fundamental and guaranteed by the constitutional law. With respect to future research on and with human stem cells the DFG believes that under all circumstances measures must be taken to rule out that embryos, sperm cells or oocytes will be allowed to develop from human pluripotent stem cells. In addition, effective measures will have to be taken to prevent cloning of human beings or generation of human beings with artificially altered genetic information. As an appropriate way the DFG suggests the establishment of a central commission assessing research projects with stem cells on the basis of ethical, legal, and scientific point of views, and fulfilling the role also of a supervisory attendant body.

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Kentenich, H. Statement on scientific, legal and ethical problems of human embryonic stem cell research. Reproduktionsmedizin 15, 159–164 (1999). https://doi.org/10.1007/s004440050070

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