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Herzschrittmachertherapie + Elektrophysiologie

, Volume 30, Issue 3, pp 233–233 | Cite as

Rhythmusstörungen und Komorbidität

  • Bernd-Dieter GonskaEmail author
  • Dietrich PfeifferEmail author
Editorial
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Arrhythmia and comorbidity

Herzrhythmusstörungen sind niemals Erkrankungen, sondern sie sind Symptom kardialer oder extrakardialer Ursachen. Mit zunehmender Spezialisierung der Medizin und vieler Ärzte werden zahlreiche Patienten von den jeweiligen Spezialisten für ihre Grunderkrankung betreut. Damit werden oftmals wichtige und behandlungsbedürftige Arrhythmien wenig oder gar nicht mehr untersucht und behandelt, leider selbst dann nicht, wenn sie eine potenzielle Bedrohung für den Patienten darstellen.

Die verfügbare Literatur zu Arrhythmien bei extrakardialen Grunderkrankungen ist oftmals spärlich, zumeist nur kasuistisch; systematische Untersuchungen liegen häufig nicht vor und Empfehlungen fehlen meist völlig. Der vorliegende Schwerpunkt widmet sich Rhythmusstörungen, die bei nichtkardialen Erkrankungen bekannt sind und macht Vorschläge, wie damit umzugehen ist. Die betroffenen Patienten sind meist gar nicht in kardiologischer Betreuung: Kardiologen werden allenfalls konsiliarisch hinzugezogen. Jeder Kardiologe, der zu solchen Konsilen in Krankenhäusern oder Ambulanzen gebeten wurde, weiß, dass sich manchmal schwierige Konflikte mit der Behandlung der Grunderkrankung ergeben.

Das ungemein häufige Arrhythmieproblem bei Lungenkranken und bei pulmonaler Hypertonie fasst der Beitrag von Dirk Bandorski zusammen. Martin Neef hat sich in seinem Beitrag Ursachen und Pathomechanismen von Rhythmusstörungen bei autoimmunologischen Erkrankungen und speziell in der Rheumatologie gewidmet. Malte Meesmann stellt Arrhythmien infolge vielfältiger Wechselwirkungen zwischen kardialen und neurologischen Erkrankungen in den Vordergrund seines Artikels. Philipp Niehues gibt einen Überblick über Arrhythmien bei Patienten mit Niereninsuffizienz und Dialyse. Benjamin Rath berichtet über das Management von Rhythmusstörungen im Rahmen von systemischer Inflammation und Sepsis. Den Umgang mit Proarrhythmien infolge verschiedener Medikamente stellt Carsten Jungbauer dar. Lorenz Lehmann berichtet über den Umgang mit Rhythmusstörungen bei Patienten mit malignen Erkrankungen und unter Chemotherapie. Schließlich wird das Thema plötzlicher unerwarteter Tod bei Epilepsie (SUDEP) von Carsten Israel und Theodor May beleuchtet.

Ein guter Kardiologe ist derjenige, der auch die Randgebiete seines Fachs überblickt. Es ist das Anliegen der Herausgeber, mit dem vorliegenden Schwerpunkt zur Kompetenz der Kardiologen in schwierigen Randgebieten beizutragen. Den Autoren der Beiträge ist für ihr Bemühen um eine umfassende Darstellung der durchweg schwierigen Thematik herzlich Dank zu sagen!

Notes

Interessenkonflikt

B.-D. Gonska und D. Pfeiffer geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Medizinische Klinik 3, Kardiologie, Intensivmedizin, AngiologieSt. Vincentius KlinikenKarlsruheDeutschland
  2. 2.BerlinDeutschland

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